
„Abgezockt im Online-Game? Melden Sie uns Ihre Erfahrungen mit Lootboxen!“: Die Verbraucherzentrale sammelt belastbare Fälle.
Computer- und Videospiele halten die Verbraucherzentralen auf Trab: Erst im Februar hatte die Filiale in Niedersachsen einer Familie zu einer Erstattung von 2.630 € verholfen, die der 14jährige Sohn für Roblox-Spielwährung ausgegeben hatte. Damit einher ging der Appell an den Gesetzgeber, insbesondere Minderjährige „besser vor Kostenfallen in Apps zu schützen“.
In eine sehr ähnliche Richtung geht das neueste Projekt des Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) in Berlin. Im Fokus stehen Lootboxen – digitale ‚Schatzkisten‘ und Sammelpacks, deren Inhalt dem Zufallsprinzip unterliegt und die unter anderem in Verkaufsschlagern wie EA Sports FC 26, Madden NDL 26, Apex Legends oder NBA 2K26 verbaut sind.
Lootboxen: Verbraucherzentralen bitten um Mithilfe betroffener Gamer
Der Vorwurf der Verbraucherschützer: Die Kunden wüssten vor dem Kauf nicht, wie gering die Chancen auf den gewünschten Gegenstand tatsächlich sind. Gleichzeitig werde psychologischer Druck aufgebaut, etwa durch zeitlich begrenzte Angebote. Der Einsatz Glücksspiel-ähnlicher Elemente gefährde insbesondere junge Spieler, die einem erhöhten Risiko für Spielsucht ausgesetzt sind.
Die Verbraucherzentale bittet Gamer daher um konkrete Hinweise, um gegen „unfaire Mechaniken und Kostenfallen“ vorgehen zu können und den Spielerschutz zu verbessern. In einem eigens eingerichteten Formular werden unter anderem Titel, Plattform (Mobile, PC, Konsole), Monetarisierung (Spielwährung, In-Game-Kauf) und etwaige negative Folgen abgefragt. Im Idealfall lässt sich der Erfahrungsbericht durch einen Screenshot oder Belege untermauern.
In einer durch das Land Niedersachsen geförderten Studie hatte die dortige Verbraucherzentrale sogenannte ‚Dark Patterns‘ – also manipulative Mechanismen in Spiele-Apps – untersucht. Daraus abgeleitet fordern die Verbraucherschütze ein Verbot von Lootboxen in Spielen für Minderjährige sowie präzise Informationen über Bezahlinhalte vor der ersten Nutzung. Parallel hat die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern eine Bundesratsinitiative gestartet.










