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Kult-Leserbrief-Ikone Rainer Rosshirt (‚Rossi‘) verstorben

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Rainer Rosshirt alias Rossi gehörte über Jahrzehnte zum festen Ensemble von Computec-Zeitschriften.
Rainer Rosshirt alias Rossi gehörte über Jahrzehnte zum festen Ensemble von Computec-Zeitschriften.

Mit seinen Leserbriefen sind ganze Generationen an Zeitschriften-Lesern aufgewachsen: Rainer ‚Rossi‘ Rosshirt ist verstorben.

Sein ‚wahres‘ Gesicht hat er stets gekonnt verborgen – die Fans kannten bestenfalls Ausschnitte. Mal unter einem Motorradhelm, mal mit einem Mikrofon vor den Augen, mal in der Rück-Ansicht, mal als Cartoon. Nur die Belegschaft in den Redaktionen wusste, wer der Mann hinter ‚Rossi‘ ist, der aus dieser Kunst- eine Kultfigur gemacht hatte: ein kauziger, aber immer herzlicher, zugewandter und vor allem humorvoller Kollege mit großem Herzen und klugem Blick auf die Weltlage, der Samson-gleich über die Verlags-Flure mäanderte und ohne Kaffee-Tasse und Zigarettenschachtel schlichtweg nicht vorstellbar war.

Am ersten Mai-Wochenende ist ‚Rossi‘ alias Rainer Rosshirt verstorben, wie aus seinem unmittelbaren Umfeld bekannt wurde.

Rosshirt gehörte über drei Jahrzehnte zum Inventar des Fachzeitschriften-Verlags Computec, der 1989 in Nürnberg gegründet wurde und aus dem später die Computec Media AG (u. a. PC Games, Golem) hervorging. Heute ist das Unternehmen in Fürth ansässig und Teil der Schweizer Marquard-Gruppe.

Kult-Leserbrief-Ikone Rainer Rosshirt (‚Rossi‘) verstorben

‚Rossi‘ übte einen Beruf aus, für den die IHK keine Ausbildung kennt: Leserbrief-Onkel. In Magazinen wie Play Time und PC Games betreute er ab Anfang der 90er Jahre die Leserbriefe-Rubrik – und nicht wenige Leser gaben in Umfragen zu Protokoll, seine ‚Rossis Rumpelkammer‘ seien stets die ersten Seiten, die sie in der druckfrischen Ausgabe verschlingen würden. Außerdem schrieb er Kolumnen, trat in Heft-DVD-Videos auf, testete Blu-Ray-Neuheiten für das Computec-Film-Magazin Widescreen und hatte als Teil des Supports stets ein offenes Ohr für Anliegen der Kundschaft.

Rosshirt galt als klassischer Quereinsteiger: Vor seiner Redaktions-Karriere war er in einem Nürnberger Hardware-Geschäft beschäftigt, wo er das Verlags-Startup mit den dereinst raren Spiele-Testmustern versorgte. Aus dem regelmäßigen Kontakt mit den Blattmachern ergab sich ab 1991 schließlich ein festes Engagement, das fast 30 Jahre währte. Im Zuge eines weitreichenden personellen Umbaus in Redaktion, Layout und Lektorat verließ er 2020 den Verlag.

Ein lesenswertes Interview mit Rossi aus dem Jahr 2007 finden Sie bei Kultboy.

Unser Mitgefühl gilt Familie, Freunden und Weggefährten von Rainer Rosshirt.

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