Start Wirtschaft Kaufland übernimmt Online-Marktplatz real.de – Real wird zerschlagen

Kaufland übernimmt Online-Marktplatz real.de – Real wird zerschlagen

Der Online-Marktplatz Real.de soll unter der Marke Kaufland fortbestehen (Abbildung: Real GmbH)
Der Online-Marktplatz Real.de soll unter der Marke Kaufland fortbestehen (Abbildung: Real GmbH)

Europas größter Handelskonzern übernimmt den Online-Marktplatz real.de – und will ihn unter der Marke Namen Kaufland weiterbetreiben.

Das Portal real.de dient nicht nur der Warenhauskette Real zum Vertrieb von Textilien, Elektronik-, Küchen-, Baumarkt- und Sport-Artikeln – auch Versender und stationäre Händler bieten dort ihre Produkte an, analog zum Amazon Marketplace und Ebay. Dafür wird eine monatliche Grundgebühr von derzeit rund 40 Euro fällig.

Auch Spielkonsolen, Gamepads, Zubehör, Spiele und Guthabenkarten finden sich im riesigen Sortiment – teils zu absurden Preisen: So wurden für die begehrte und vielfach ausverkaufte Nintendo Switch zwischen 800 und 1.000 Euro aufgerufen, also das Dreifache des regulären Tarifs.

Künftig gehört Real.de zur Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) – der Handels-Riese will die Seite unter der Marke Kaufland fortführen. Kaufland betreibt alleine in Deutschland mehr als 670 Filialen und beschäftigt rund 74.000 Mitarbeiter.

Bestehende Kunden und Händler von real.de sollen den Marktplatz samt aller Dienstleistungen weiterhin nutzen können: „real.de ist ein wesentlicher Baustein unseres künftigen Angebots“, erklärt Digitalisierungs-Vorstand Rolf Schumann. „Die Kombination aus stationärem Geschäft und Online-Handel wird uns zusätzliche Möglichkeiten eröffnen.“

Verkäufer ist die russische SCP Group, die im Februar die SB-Warenhäuser der Marke Real von Metro übernommen hat. Zu Real gehören bislang knapp 280 Märkte: Für Anbieter von Spielkonsolen und Spiele-Software zählen die Real-Filialen neben der MediaMarktSaturn-Gruppe, Euronics, Expert und Müller zu den wichtigsten stationären Absatzkanälen.

Gegenüber dem Handelsblatt hatte SCP eine tiefgreifende Restrukturierung des Real-Filialnetzes angekündigt: „Real, so wie es heute ist, ist nicht zukunftsfähig“, räumte die SCP-Vorstands-Chefin Marjorie Brabet-Friel ein. Mindestens die Hälfte der Filialen soll an Kaufland und Edeka abgegeben werden – andere Standorte sollen geschlossen oder verkauft werden.