Start Wirtschaft Notebooksbilliger und Medimax: Fusion abgesagt (Update)

Notebooksbilliger und Medimax: Fusion abgesagt (Update)

Erst im September hat die Notebooksbilliger AG eine fünfte Filiale in Stuttgart eröffnet - jetzt folgt der Zusammenschluss mit Medimax (Foto: Notebooksbilliger)
Erst im September hat die Notebooksbilliger AG eine fünfte Filiale in Stuttgart eröffnet - jetzt folgt der Zusammenschluss mit Medimax (Foto: Notebooksbilliger)

Der geplante Zusammenschluss von Notebooksbilliger.de und Medimax ist überraschend geplatzt. Begründung: Die Unternehmenskulturen seien nicht vereinbar.

Update vom 23.11.2018: Ausgerechnet den Black Friday 2018 haben sich Medimax und Notebooksbilliger ausgesucht, um über die Absage der geplanten Zusammenarbeit zu informieren.

Zur Begründung führen beide Seiten an, dass „die Gene eines Online-Unternehmens wie Notebooksbilliger.de mit geradezu kultiger Startup-Mentalität und eines traditionellen, gewachsenen Filial-Franchise-Unternehmens wie Medimax“ zu unterschiedlich seien. Diese Erkenntnis habe sich nach den Beratungen von Arbeitsgruppen ergeben, die wochenlang über operative Abläufe und Synergien gebrütet hatten.

Medimax und Notebooksbilliger.de werden die Transaktion nicht weiter verfolgen.

Erst Anfang November hatte Medimax-Vorstand Frank Kretzschmar das Unternehmen verlassen – zu diesem Zeitpunkt waren beide Firmen noch fest entschlossen, dass zum 1. Januar 2019 eine gemeinsame Spitze das neue Gemeinschaftsunternehmen leiten wird.

Notebooksbilliger und Medimax gründen Holding (Meldung vom 1.10.2018)

Mit vereinten Kräften gegen die Marktführer Media Markt, Saturn und Amazon: Versand-Gigant Notebooksbilliger verbündet sich mit der Medimax-Kette.

Wenn der Schritt vom stationären Filialisten ins Web nicht recht gelingen mag, entscheiden sich Einzelhandels-Ketten oft dazu, das Knowhow und die Reichweite reiner „Onliner“ ins Haus zu holen. So geschehen 2011 beim Elektronik-Spezialisten Redcoon, der von der MediaMarkt-Saturn-Holding gekauft wurde. Inzwischen ist die Marke vom Markt verschwunden und komplett in MediaMarkt.de aufgegangen.

Einen anderen Weg wählt nun Mediamax, die seit 30 Jahren bestehende Marke des Einkaufsverbunds ElectronicPartner. Die bundesweit 120 Fillialen samt Webshop konkurrieren on- und offline insbesondere mit Euronics und Expert – und natürlich mit den Marktführern Amazon, Saturn und Media Markt.

Unter dem Motto „Das Beste aus zwei Welten“ gründet Mediamax nun eine Holding – und zwar mit der Notebooksbilliger AG. Erklärtes Ziel: den „deutschen Markt für Elektronikgeräte neu aufzurollen“.

Medimax und Notebooksbilliger gründen gemeinsame Holding

Notebooksbilliger beschäftigt 900 Mitarbeiter, gehört zu den Top 5 eCommerce-Unternehmen in Deutschland und steuert in diesem Jahr auf die Umsatz-Milliarde zu – grob das Doppelte von Mitbewerbern wie Alternate oder Cyberport. Mittlerweile hat die Gesellschaft fünf eigene Filialen eröffnet, zuletzt im September in Stuttgart.

Neben den namensgebenden Notebooks verkauft das Unternehmen insbesondere Desktop- und Gaming-PCs, Monitore, Drucker und Zubehör wie Grafikkarten und Festplatten. Medimax bringt neben den eigenen Läden auch die Einkaufs- und Vertriebsstärke auf beratungs- und service-intensiveren Feldern wie Haushaltsgeräten, Smartphones oder Unterhaltungselektronik (inklusive Konsolen und Games) ein.

Das neue Gemeinschaftsunternehmen peilt einen Umsatz von zwei Milliarden Euro an. Wie es heißen soll, steht noch nicht fest – hier ist die „Community“ demnächst aufgefordert, Vorschläge einzureichen.

Die Kooperation steht unter dem Vorbehalt des Kartellamts. Stimmt die Behörde zu, entsteht ein ernstzunehmender neuer Mitbewerber für den ungleich größeren, börsennotierten Mutterkonzern von MediaMarkt/Saturn. Für Ceconomy kommt die Online-Offensive zur Unzeit: Erst vor wenigen Tagen hat die Ceconomy AG eine Gewinnwarnung ausgegeben. Der Aktienkurs hat sich seit Jahresanfang glatt halbiert.

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