Start Wirtschaft Fortnite-Dämmerung: Epic Games entlässt mehr als 1.000 Angestellte

Fortnite-Dämmerung: Epic Games entlässt mehr als 1.000 Angestellte

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Fortnite lässt sich ab dem 19. März wieder im Google Play Store herunterladen.
Fortnite lässt sich ab dem 19. März wieder im Google Play Store herunterladen.

Nachlassendes Spieler-Interesse an Fortnite führt zu einer erneuten Entlassungswelle bei Epic Games: Das Unternehmen trennt sich von 1.000 Mitarbeitern.

„Heute entlassen wir mehr als 1.000 Epic-Beschäftigte. Es tut mir leid, dass wir schon wieder an diesem Punkt sind.“

So beginnt eine E-Mail, die Epic-Games-CEO Tim Sweeney heute an die Belegschaft des US-Spiele-Konzerns verschickt hat. Zur Begründung verweist Sweeney auf rückläufige Kennzahlen beim Dauerbrenner Fortnite – eine Entwicklung, die bereits 2025 eingesetzt habe: Das Unternehmen gebe signifikant mehr Geld aus, als es einnehme – deshalb seien massive Einschnitte unvermeidlich.

Mit der Entlassungswelle einher gehen weitere Einsparungen – etwa im Bereich Marketing – im Volumen von 500 Mio. $ (ca. 430 Mio. €). Im Herbst 2023 hatte sich das Unternehmen bereits von 830 Mitarbeitern getrennt.

Fortnite-Dämmerung: Epic Games entlässt mehr als 1.000 Angestellte

Die heutigen Marktbedingungen seien die extremsten seit Gründung von Epic Games vor 35 Jahren, schreibt Tim Sweeney weiter.  Einige Herausforderungen seien branchenspezifisch: langsameres Wachstum, gesunkene Verbraucher-Ausgaben, höhere Kosten. Die aktuelle Konsolen-Generation verkaufe sich schlechter als die vorherige Baureihe. Zudem würden Videospiele mit einer Fülle von Entertainment-Alternativen konkurrieren.

Andere Faktoren beträfen Epic Games selbst, so Sweeney: Wenngleich Fortnite eines der weltweit erfolgreichsten Computerspiele bleibe, sei es zuletzt nicht gelungen, mit jeder neuen Saison für hinreichend Begeisterung bei der zahlenden Kundschaft zu sorgen, die zuletzt mit höheren Preisen für die Spielwährung V-Bucks konfrontiert wurde.

Hinzu kommt der Umstand, dass Fortnite erst seit kurzem wieder in den Appstores verfügbar ist: Der Einigung war ein jahrelanger erbitterter Rechtsstreit mit Google und Apple vorausgegangen. Von den Früchten dieser Auseinandersetzung würden mittelfristig auch alle anderen Spiele-Entwickler profitieren.

Die Aufgaben für die nähere Zukunft seien offenkundig: kontinuierlich frische Inhalte und Live-Events für Fortnite und Investitionen im Vorgriff auf die Unreal Engine 6. Zudem seien für das Jahresende weitere Projekte in Vorbereitung.

Den betroffenen Mitarbeitern stellt der Konzern eine Lohnfortzahlung von mindestens vier Monaten und Krankenkassen-Zuschüsse in Aussicht.

Anders als die meisten Mitbewerber ist Epic Games kein börsennotiertes Unternehmen: Co-Gründer Tim Sweeney hält weiterhin rund 40 Prozent der Anteile, der chinesische Weltmarktführer Tencent ist mit 28 Prozent investiert. Substanziell beteiligt sind außerdem die japanische Sony-Gruppe, die LEGO-Gruppe und die Walt Disney Corporation.

Der Spielehersteller unterhält Standorte auf dem ganzen Globus, darunter auch Filialen in Deutschland, etwa in Berlin und in München. Erst im Februar hatte der Konzern das Tübinger KI-Unternehmen Meshcapade übernommen.

 

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