
Zahltag für EA-Aktionäre: Mit dem Abschluss des 55 Mrd.-$-Deals wird die Aktie von Electronic Arts nicht länger an der Börse gehandelt.
Update vom 5. August 2026: In den kommenden Jahren wird das Management von Electronic Arts damit befasst sein, die aufgeladene Schuldenlast von 20 Mrd. $ abzuschichten – was trotz enormer Margen eine Herkulesaufgabe darstellt.
Nach Bloomberg-Informationen sollen dazu jährlich Kosten in Höhe von 700 Mio. $ durch „organizational efficiencies“ eingespart werden, was auf weitere „Massenentlassungen“ hinaus laufe. Electronic Arts beschäftigt weltweit rund 14.600 Mitarbeiter.
Einen Überblick über die absehbaren Folgen der XXL-Übernahme durch den saudischen Staats-Fonds liefert diese GamesWirtschaft-Analyse.
Meldung vom 5. August 2026: Bislang war Electronic Arts allein Fonds, Banken und Aktionären im Quartalsrhythmus Rechenschaft darüber schuldig, wie sich Umsatz, Rendite, Verkaufs- und Spielerzahlen entwickeln.
Ab sofort wird EA zur Black Box: Denn künftig hat das Königreich Saudi-Arabien das Sagen beim Hersteller von EA Sports FC 27, Battlefield 6, Madden NFL, Die Sims und Apex Legends. Der saudische Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) hält fast alle Anteile eines Konsortiums, das den Spiele-Hersteller für 55 Milliarden Dollar übernommen hat.
Kleinere Tranchen entfallen außerdem auf die Investment-Unternehmen Silver Lake sowie Affinity Partners, das von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner geleitet wird.
Zuvor war der PIF mehr als fünf Jahre Minderheits-Aktionär bei EA. Über die Savvy Games Group kontrolliert das Königreich Saudi-Arabien außerdem den kommerziellen E-Sport (ESL Faceit, Esports World Cup) sowie Smartphone-Hits wie Pokémon Go, Monopoly Go und Mobile Legends. Auch an der schwedischen Embracer-Gruppe, an Nintendo und am GTA 6-Produzenten Take-Two hält Saudi-Arabien Anteile.
Electronic Arts schließt Übernahme durch Saudi-Arabien ab
Electronic Arts ist die zweitgrößte Akquisition in der Games-Historie nach dem 70-Mrd.-$-Kauf von Activision Blizzard durch Microsoft. Zwischen der Ankündigung im September 2025 und dem Abschluss der Prüfung durch die Wettbewerbsbehörden ist nicht einmal ein Jahr vergangen: Die Übernahme erfolgt ohne Auflagen.
Die Aktionäre erhalten einen Festpreis von 210 $ pro Aktie: Wer Anfang 2025 eingestiegen ist, konnte sein Investment fast verdoppeln. Damit einher geht das Delisting an der US-Technologie-Börse NASDAQ.
Die Konzernzentrale verbleibt im kalifornischen Redwood City auf halber Strecke zwischen San Francisco und San José. Langzeit-CEO Andrew Wilson – der mit einem Salär von zuletzt fast 39 Mio. $ zu den bestbezahlten Managern der Branche zählt – wird das Unternehmen weiterhin führen.
Electronic Arts: Einer der größten Games-Arbeitgeber in NRW
Die Transaktion hat weitreichende Folgen für den Gesamtmarkt – schließlich zählt Electronic Arts zu den weltweit bedeutendsten Computerspiele-Herstellern. Mit EA Sports FC & Co. wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 7,5 Mrd. $ (ca. 6,6 Mrd. €) eingespielt.
Als Damoklesschwert gilt insbesondere der Faktor Fremdkapital: Denn der Deal wurde mit Verbindlichkeiten über 20 Mrd. $ geschultert, die unter anderem über Kostensenkungen erreicht werden sollen. Analysten und Branchenbeobachter erwarten daher Einschnitte bei Belegschaft und Portfolio sowie eine aggressivere Monetarisierung.
Electronic Arts unterhält seit 2001 auch eine deutsche Niederlassung in Köln, die zwei Jahrzehnte lang für Vertrieb und Vermarktung des Portfolios zuständig war und mittlerweile ausschließlich als konzerninterner Dienstleister auftritt. Mit rund 140 Beschäftigten im Kölner Rheinauhafen gilt das Unternehmen neben Ubisoft als größter Arbeitgeber der Games-Branche in Nordrhein-Westfalen.
Mit der Rolle von Saudi-Arabien im Games- und E-Sport-Segment beschäftigt sich auch die aktuelle Freitags-Kolumne.












