Start Politik Rheinland-Pfalz hat gewählt: Was heißt das für die Games-Branche?

Rheinland-Pfalz hat gewählt: Was heißt das für die Games-Branche?

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Der designierte rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) nimmt demnächst auf der Regierungsbank im Mainzer Landtag Platz. Die Staatskanzlei ist nur zehn Minuten Fußweg von Ubisoft Mainz entfernt.
Der designierte rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) nimmt demnächst auf der Regierungsbank im Mainzer Landtag Platz. Die Staatskanzlei ist nur zehn Minuten Fußweg von Ubisoft Mainz entfernt.

Nach 35 SPD-Jahren stellt die CDU wieder den Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz – die Games-Entwickler an Rhein und Mosel hoffen auf spürbare Impulse.

Der erwartete ‚Wahl-Krimi‘ hat sich als nicht besonders spannend erwiesen. Denn anders als in Baden-Württemberg lagen bereits die 18-Uhr-Prognosen nahe am sehr klaren Endergebnis: CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder holt 31 Prozent und löst damit SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer ab, der fast zehn Prozentpunkte verliert und 25,9 Prozent einfährt. Die Opposition bilden die AfD (19,5 %) und die Grünen (7,9 %).

Freie Wähler, Linke, BSW und FDP scheitern teils deutlich an der 5-Prozent-Marke – die derzeit noch mitregierenden Freien Demokraten stürzen auf 2,1 Prozent ab. Im Mainzer Landtag sind somit nur noch vier Parteien vertreten. Nach Lage der Dinge bekommt Rheinland-Pfalz damit eine Große Koalition unter CDU-Führung, die in den kommenden fünf Jahren mit einer komfortablen Mehrheit regieren kann.

Auf Impulse durch den Regierungswechsel hofft auch die rheinland-pfälzische Computerspiele-Branche, die einige der größten Publisher und Studios des Landes stellt. Deren Erwartungshaltung an die neue Regierung ist offenkundig: endlich eine substanzielle Landes-Förderung (2 Mio. € aufwärts), mehr Ressourcen für das Standort-Marketing und im Idealfall ein Steuer-Rabatt, der zu kalkulierbar niedrigeren Games-Produktionskosten führen würde.

Die vorliegenden Wahlprogramme von CDU und SPD lassen bislang keine Rückschlüsse zu, inwieweit diese Ideen eine Chance auf Umsetzung haben. Die Union hat es geschafft, weder die Games- noch die Film-Industrie auf 60 Seiten auch nur mit einer Silbe zu erwähnen – die Sozialdemokraten plädieren wolkig für einen Ausbau der Medienförderung.

Wahlgewinner Gordon Schnieder selbst ist kein ‚Gamer‘, wie im Juli 2025 bei seinem Besuch im Anno 117: Pax Romana-Studio Ubisoft Mainz deutlich wurde. Dessen ungeachtet attestiert er der Branche einen „bedeutenden Standortfaktor“ für Rheinland-Pfalz, den die CDU-Fraktion stärken will. Darüber hinausgehende Einlassungen sind nicht aktenkundig.

Es wird in den nächsten Woche also in besonderem Maße auf die Verhandler des Koalitionsvertrags ankommen, um eine Zementierung des Status Quo zu verhindern – und stattdessen für eine auskömmliche Finanzierung der Förderprogramme zu sorgen. Beobachter rechnen damit, dass möglicherweise schon im Mai ein unterschriftsreifes Dokument vorliegen könnte – im Anschluss kann sich Schnieder zum Ministerpräsidenten wählen lassen. Bis dahin bleibt SPD-Regierungschef Schweitzer im Amt.

Nintendo of Europe, Ubisoft Blue Byte und Stillfront sind die drei größten Games-Unternehmen in Deutschland 2025 (nach Mitarbeitern / v2 / Stand: 30.7.2025)
Nintendo of Europe, Ubisoft Blue Byte und Stillfront sind die drei größten Games-Unternehmen in Deutschland 2025 (nach Mitarbeitern / v2 / Stand: 30.7.2025)

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