Start Events Wegen Coronavirus-Sorgen: GDC 2020 abgesagt (Update)

Wegen Coronavirus-Sorgen: GDC 2020 abgesagt (Update)

Immer mehr Aussteller verzichten aus Coronavirus-Sorgen auf eine GDC-2020-Teilnahme (Foto: GDC)
Immer mehr Aussteller verzichten aus Coronavirus-Sorgen auf eine GDC-2020-Teilnahme (Foto: GDC)

Die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus führt zu einer Absage der Entwicklerkonferenz GDC 2020 in San Francisco.

Update vom 29.2.2020: Nachdem am gestrigen Abend MEZ auch Blizzard Entertainment und Amazon ihre Teilnahme zurückgezogen haben, ziehen die Veranstalter der kalifornischen Entwicklerkonferenz die Reißleine: „Nach intensiver Beratung mit den Partnern“ habe man die schwierige Entscheidung getroffen, die GDC auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Heißt: Die GDC 2020 vom 16. bis 20. März ist abgesagt.

Nun soll ein „GDC-Event“ im Lauf des Sommers stattfinden – wobei unklar bleibt, wann und in welchem Umfang diese Veranstaltung geschehen soll.

Den Teilnehmern wird der Ticketpreis erstattet. Anders sieht es bei individuell gebuchten Flügen und Hotelzimmern aus: Diese Reservierungen lassen sich oft nicht ohne Weiteres stornieren oder umbuchen.

Immerhin: Die für die GDC 2020 geplanten Präsentationen und Vorträge sollen kostenlos online zugänglich gemacht werden.

Update vom 28.2.2020: Mit Microsoft und Epic Games („Unreal Engine“) gibt es zwei weitere Absagen von Großausstellern. Damit wäre schon jetzt eine halbe Messehalle verwaist.

Beobachter rechnen damit, dass die GDC womöglich in den nächsten Tagen komplett abgesagt werden könnte – zumal die Aussteller wie Facebook, Unity und Unreal auch Teile des Vortrags-Programms bestreiten und als Hauptsponsoren auftreten.

Parallel hat Facebook angekündigt, dass die hauseigene Entwicklerkonferenz F8 in San José nicht stattfindet. Das Format war für den 5. und 6. Mai geplant.

Mittlerweile richten sich die Blicke auf die Mitte Juni ausgerichtete und ohnehin unter Aussstellerschwund leidende E3 2020 in Los Angeles.

Update vom 27.2.2020: „Nach reiflicher Überlegung“ hat sich Unity entschieden, nicht an der GDC 2020 teilzunehmen. Begründung: Sorgen um die Gesundheit der Mitarbeiter mit Blick auf den Coronavirus. Man wolle die Unity-Angestellten keinen unnötigen Risiken aussetzen, so Unity-CEO John Riccitiello in einem Blog-Eintrag. Unity ist einer der größten Aussteller auf dem Gelände.

Die Absage gilt explizit nur für die GDC 2020 – man freue sich, im kommenden Jahr wieder dabei zu sein.

Meldung vom 26.2.2020: Mit der Ausrufung des Notstands durch die Stadt San Francisco hat sich für die Veranstalter der Game Developers Conference (GDC) in der Praxis nicht allzu viel verändert: Die Vorsichtsmaßnahme dient lediglich dazu, im Ernstfall schnelleren Zugriff auf Bundesmittel zu erhalten. Bislang gibt es in der Metropole an der kalifornischen Küste keinen einzigen aktenkundigen COVID-19-Fall.

Nichtsdestoweniger wird die Vokabel „Notstand“ nicht dazu beitragen, die GDC-Aussteller und Besucher zu beruhigen: Schon jetzt existieren mit Sony Interactive, Electronic Arts, Kojima Productions („Death Stranding“) und Facebook eine ganze Reihe prominenter Firmen, die aus Sorge vor dem Coronavirus keine Mitarbeiter zur GDC 2020 vom 16. bis 20. März entsenden werden – weitere dürften folgen.

Der German Pavillon auf der GDC 2020 wird komplett neu gestaltet (Foto: GDC)
Der German Pavillon auf der GDC 2020 wird komplett neu gestaltet (Foto: GDC)

Die GDC ist die weltweit wichtigste Entwicklerkonferenz der Computerspiele-Industrie. An der GDC 2019 nahmen mehr als 29.000 Entwickler und Experten teil. Neben Workshops, Panel-Diskussionen und Vorträgen gibt es einen großen Ausstellungsbereich, wo neben Tech-Riesen wie Google, Microsoft, Epic Games und Amazon auch unzählige kleine Studios ihre Neuheiten präsentieren.

In San Francisco wird auch in diesem Jahr ein deutscher Gemeinschaftsstand betrieben: Der komplett neu gestaltete German Pavillon im Moscone Convention Center wird vom Game-Verband organisiert und von der KoelnMesse gebaut – das Wirtschaftsministerium unterstützt das Projekt finanziell. Zu den Ausstellern zählen in diesem Jahr unter anderem Assemble Entertainment („Endzone“), Bigpoint („Dark Orbit Reloaded“), Deck 13 („The Surge 2“), Egosoft („X4“), die Deutsche Telekom, Rockfish Games („Everspace 2“), The Good Evil sowie Dienstleister wie 4-Real Intermedia und Altagram.

Die unmittelbaren Nachbarn des German Pavillon: Amazon, RAD Game Tools, Qualcomm, Skillz und der südkoreanische Branchenverband.

Außerdem mit eigenem Stand vor Ort: der rheinland-pfälzische Publisher Kalypso Media, der unter anderem „Port Royale 4“ und „Spacebase Startopia“ zeigt.

Eine GamesWirtschaft-Blitzumfrage unter den deutschen Ausstellern hat ergeben, dass es bislang noch keine Änderungen mit Blick auf Messe- und Reisepläne gibt. Dennoch wird die laufende Entwicklung aufmerksam verfolgt, zumal die Auswirkungen des Coronavirus auf den internationalen Flugverkehr schon jetzt massiv sind.

Trotz prominenter Rückzieher gibt es bislang auch keine Anzeichen dafür, dass die GDC 2020 analog zum Mobile World Congress (MWC) in Barcelona komplett abgesagt wird. Die GDC-Veranstalter informieren über die fortlaufende Entwicklung auf einer eigenen Website. Die US-Regierung hat ihrerseits drastische Maßnahmen eingeleitet, um eine mögliche Ausbreitung des Coronavirus in den Vereinigten Staaten einzudämmen: Unter anderem gibt es einen Einreisestopp für chinesische Staatsbürger sowie eine zweiwöchige Quarantäne für US-Bürger, die sich zuvor in China aufgehalten haben.

Auch bei anderen Branchenveranstaltungen häufen sich die Absagen. Unter anderem haben sich CD Projekt Red („Cyberpunk 20077“), Capcom und Square Enix gegen eine Teilnahme an der PAX East 2020 entschieden, die bereits am morgigen 27. Februar in Boston startet.

Weiterhin wie geplant laufen die Planungen für die Kölner Gamescom 2020 vom 25. bis 29. August 2020: Nach GamesWirtschaft-Informationen gibt es bislang noch keine Hinweise auf etwaige Absagen.

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