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Mobilegames Top 10: Die erfolgreichsten deutschen Studios

Mit dem Detektivspiel "June's Journey" will Wooga die Marktposition Mobilegames-Sektor ausbauen.

Welche deutschen Mobilegames-Entwickler sind in den weltweiten Appstores am erfolgreichsten? Die exklusive Auswertung zeigt die Spitzenreiter im ersten Halbjahr 2017.

Seit dem Betriebssystem-Update iOS 11 freuen sich iPhone- und iPad-Nutzer über einen separaten Appstore-Tab namens „Spiele“. Offizielle Begründung: Spiele seien „unglaublich beliebt“. Das ist eine mittelschwere Untertreibung, denn das Gros der Mobilegames-Umsätze stammt aus dem Games-Sektor.

Dieser Milliarden-Markt ist so riesig, dass nicht nur Weltmarktführer wie Supercell („Clash Royale“), King („Candy Crush Saga“), Playrix („Homescapes“) oder Com2Us („Summoner’s War“) signifikante Umsätze einfahren, sondern auch kleinere Studios und Mittelständler.

Bereits 2015 entfiel mehr als die Hälfte des 188-Millionen-Euro-Umsatzes des Hamburger Entwicklers Goodgame Studios auf Mobilegames, allem voran das Aufbau-Strategiespiel „Empire: Four Kingdoms“. Auch bei Mitbewerbern, die ebenso wie Goodgame Studios ursprünglich aus dem Browsergames-Sektor kommen, wächst die Bedeutung der Smartphone- und Tablet-Spiele.

Mobilegames: Bedeutung für deutsche Spielehersteller wächst

Allein in Deutschland stieg der Mobilegames-Umsatz im Jahr 2016 um rund 100 Millionen Euro, auf mittlerweile mehr als 400 Millionen Euro. Auf deutsche Studios entfällt ein Umsatz von 17 Millionen Euro – das entspricht einem ausbaufähigen Marktanteil von etwas mehr als 4 Prozent.

Doch der deutschsprachige Raum ist natürlich nur einer von vielen Märkten, wenngleich ein ausgesprochen wichtiger. Laut einer GamesWirtschaft-exklusiven Auswertung des Datendienstleisters App Annie für das 1. Halbjahr belegen Deutschland, die Schweiz und Österreich die Plätze 2, 5 und 9 in den Umsatz-Top-10 deutscher Spiele-Studios.

Dieser Heim(at)vorteil hat natürlich auch damit zu tun, dass Studios wie InnoGames, Upjers oder Goodgame Studios mit Aufbau-Strategiespielen den Nerv der Zielgruppe besonders gut kennen und zuverlässig treffen. Beim Bamberger Entwickler Upjers steht der deutsche Markt für zwei Drittel der Umsätze. Einen deutlich internationaleren Ansatz verfolgen hingegen Chimera Entertainment („Angry Birds Evolution“) oder Flaregames („Nonstop Chuck Norris“, „Zombie Gunship“).

Größer Absatzmarkt für deutsche Mobilegames-Studios sind die USA (Quelle: App Annie)
Größer Absatzmarkt für deutsche Mobilegames-Studios sind die USA (Quelle: App Annie)

Mobilegames: Die Studios mit den höchsten Umsätzen im ersten Halbjahr 2017

Bekanntlich stammt 99 Prozentes des Umsatzes von Mobilegames-Entwicklern aus kostenlosen Spielen, sprich: Free2play-Titeln. Die Refinanzierung erfolgt durch Ingame-Käufe, also virtuelle Güter und Spiel-Beschleuniger. Die App-Annie-Auswertung enthält ausschließlich diese Umsätze sowie die stark rückläufigen Erlöse durch Premium-Spiele zum Festpreis. Nicht erfasst sind Einnahmen durch Ingame-Werbe-Spots, die bei vielen Studios einen zentralen Umsatzblock ausmachen.

Unter den umsatzstärksten deutschen Anbietern finden sich übliche Verdächtige wie InnoGames, Gameduell und Wooga („Pearl’s Peril“).

Bemerkenswert erfolgreich sind allerdings auch kleine, wendige Studios, die nicht zwingend zu den Großarbeitgebern der deutschen Games-Branche gehören. Ein Beispiel ist die Bad Nauheimer Lotum GmbH (Motto: „Small Team, big impact“), die mit Wissensspielen wie „4 Bilder 1 Wort“ sowohl in den Umsatz- als auch in den Download-Top-10 zu finden ist. Zu den bislang weniger bekannten Firmen gehören auch Playgendary („Bowmasters“) oder Fluffy Fairy Games („Idle Miner Tycoon“).

Auf den vorderen Plätzen ist ein Unternehmen zu finden, das man dort nicht vermutet hätte: Bertelsmann. Der Gütersloher Medienriese profitiert vom Mobilegames-Markt nicht nur über die TV-Tochter RTL und deren Show-begleitenden Apps wie „Wer wird Millionär“ und „Ninja Warrior Germany“. Auch 100%ige Töchter wie das kanadische Studio Ludia Inc. („Jurassic World: The Game“) tragen zum Bertelsmann-Appstore-Umsatz bei.

Die Top 10 der erfolgreichsten Mobilegames-Anbieter aus Deutschland (1. Halbjahr 2017, Quelle: App Annie)
Die Top 10 der erfolgreichsten Mobilegames-Anbieter aus Deutschland (1. Halbjahr 2017, Quelle: App Annie)

„June’s Journey“: Wooga setzt auf Wimmelbild-Segment

Mit Megazebra und Wooga gibt es zudem Unternehmen, die den umkämpften Casualgames-Markt bedienen, also Spiele für zwischendurch, zugeschnitten auf eine überwiegend weibliche Zielgruppe.

Das Berliner Studio Wooga hat erst in dieser Woche das ambitionierte Wimmelbild-Detektivspiel „June’s Journey“ vorgestellt, das künftig jede Woche mit frischen Inhalten erweitert werden soll. Schon jetzt arbeitet das Team an Kapiteln, die erst in einem Jahr erscheinen – „June’s Journey“ ist für Wooga also eine langfristige Wette. Den Ausflug in den Strategiespiele-Markt hatte Wooga-Gründer Jens Begemann hingegen vorzeitig abgebrochen und das halbfertige Projekt „Warlords“ an InnoGames verkauft.

„Warlords“ ist ein weiterer Beleg für den Umstand, dass sich das Wildern in unerschlossenen Genres selten auszahlt. Die Liste der Studios, die teils viele Millionen Euro Lehrgeld gezahlt haben, ist lang: Inzwischen kümmern sich Firmen wie Goodgame Studios oder Wooga wieder ums Kerngeschäft. Unternehmen wie Gameforge oder Blue Byte haben sich gar komplett aus dem Mobilegames-Geschäft zurückgezogen.

Wimmelbild-Neuheit "June's Journey": die Langzeit-Wette von Wooga.
Wimmelbild-Neuheit „June’s Journey“: die Langzeit-Wette von Wooga.
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