Start Gamescom Indie-Entwickler auf Gamescom 2026 ausgeraubt – Koelnmesse reagiert (Update)

Indie-Entwickler auf Gamescom 2026 ausgeraubt – Koelnmesse reagiert (Update)

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Neben Mimic-Entwickler Ryan Laley wurden auch andere Aussteller am Gemeinschaftsstand in der Gamescom-Business-Halle 4.1 (rot markiert) ausgeraubt.
Neben Mimic-Entwickler Ryan Laley wurden auch andere Aussteller am Gemeinschaftsstand in der Gamescom-Business-Halle 4.1 (rot markiert) ausgeraubt.

Hat die Gamescom 2026 ein Sicherheitsproblem? Gleich mehrere Indie-Studios wurden Opfer von Hardware-Diebstählen.

Koelnmesse äußert sich zu den Hardware-Diebstählen auf der Gamescom

Update vom 29. August 2026 (13:30 Uhr): Die Koelnmesse als Co-Veranstalter der Gamescom hat am Mittag eine englischsprachige Stellungnahme veröffentlicht. Darin heißt es, man habe Kenntnis von den Hardware-Diebstählen, nehme die Meldungen sehr ernst und habe Verständnis für den Frust der betroffenen Aussteller.

Ohne auf den konkreten Fall einzugehen, verweist die Koelnmesse darauf, dass uniformiertes Personal auf dem Gelände für Sicherheit sorgen soll. Den Unternehmen wird außerdem empfohlen, ihre Ausrüstung gegen Diebstahl zu versichern. Dies sei so in den Teilnahmebedingungen und in den technischen Richtlinien festgehalten.

Laut Vertragsunterlagen (PDF) übernimmt der Veranstalter keine Obhutspflicht für  die Standausrüstung und demzufolge auch „keine Haftung bei Verlust der von Ausstellern und Dritten eingebrachten Gegenstände, Einrichtungen, Aufbauten und sonstigen Wertgegenstände“.

Die Koelnmesse selbst überträgt die Beaufsichtigung der Hallen und die Kontrolle an den Eingängen auf externe Dienstleister. Damit sei explizit keine Standbewachung im Einzelfall verbunden: Die Aussteller haben die Möglichkeit, gegen Aufpreis zusätzliche Standwachen zu engagieren.

Diebstähle und Schäden müssen demnach der Polizei, dem Veranstalter und der Versicherungsgesellschaft unverzüglich angezeigt werden.

Auch im Falle der Gamescom 2026 seien die Vorgänge an die Behörden weitergeleitet worden – die Untersuchungen laufen: „Wir möchten außerdem versichern, dass es sich um Einzelfälle findet, die wir sehr bedauern. Weil Sicherheit zu unseren höchsten Prioritäten zählt, stimmt es uns traurig, dass Indie-Entwickler betroffen sind. Bei einem Event dieser Größenordnung kann es jedoch immer vorkommen, dass Einzelne versuchen, aus dieser Situation Kapital zu schlagen. Unsere Sicherheitsmaßnahmen sollen dazu beitragen, solche Risiken so weit wie möglich zu minimieren.“


Meldung vom 29. August 2026 (12:30 Uhr): Ein singulärer Vorfall wäre schon betrüblich – mittlerweile muss man von einer Serie sprechen: Auf der Gamescom 2026 ist es zu einer ganzen Reihe von Hardware-Diebstählen gekommen. Die Täter hatten es auf hochwertige Gaming-Notebooks und Zubehör abgesehen.

Kleinster gemeinsamer Nenner: Betroffen waren und sind ausschließlich Indie-Studios, die ohnehin oft Schwierigkeiten haben, die erheblichen Kosten für einen Gamescom-Auftritt (Tickets, Standfläche, Unterkunft, Anreise etc.) zu stemmen.

Den Anfang machte ein emotionales Video von britischen Studio-Gründer Ryan Laley am gestrigen Freitag. Unter Tränen schildert der Macher des Horror-Abenteuers Mimic: „Meine Gamescom ist vorzeitig zu Ende. All unsere Laptops wurden gestohlen. Über Nacht. Nicht nur meiner, auch von anderen. Gerade für einen Indie-Solo-Entwickler ist das alles hier teuer und hart, alles selbst zu machen. Dass sowas passiert, ist mehr als frustrierend und herzzerreißend.“

Er habe den Vorfall an die Veranstalter, an die Hallen-Security und an die Polizei gemeldet – gehe aber nicht davon aus, dass die Hardware wieder auftaucht.

Die Meldung hat zu einer Welle an Sympathie-Bekundungen geführt: Andere Studios – darunter CD Projekt Red – sowie Hardware-Hersteller haben Unterstützung angeboten.

Indie-Entwickler auf Gamescom 2026 ausgeraubt

Neben Laley hat es mit dem US-amerikanischen Anbieter Iam8Bit (Petal Runner, Escape Academy 2) einen weiteren Spielehersteller am selben Gemeinschaftsstand in Halle 4.1 der Business Area getroffen, die nur für Aussteller, Fachbesucher und Medienvertreter zugänglich ist.

Ein weiterer Vorfall betrifft The Zibbo Show in der Indie Area Halle 10.2 – dort am ‚Games from Spain‘-Stand. Am Mittwoch sei das Schließfach aufgebrochen worden: Zwei Laptops und ein Steam Deck wurden entwendet, heißt es im Video vom preisgekrönten spanischen Studio Tessera Studios.

Co-Gründer Pere Suau erhebt auf X schwere Vorwürfe gegen die Veranstalter: „Das Schlimmste ist, das die Gamescom keine Verantwortung übernimmt.“ Zuvor hatte bereits eine Social-Media-Reaktion des offiziellen Gamescom-Kanals Empörung ausgelöst.

Es ist nicht das erste Mal, dass es zu Diebstählen entlang der Gamescom-Woche kommt. Die Stände der großen Publisher werden üblicherweise von eigens angeheuertem Personal überwacht – weshalb es die Diebe erkennbar auf weniger gut einsehbare Flächen wie Business-Gemeinschaftsstände abgesehen haben.

Dass in diesem Jahr gleich mehrere Studios von Übergriffen betroffen sind, wirft zwangsläufig Fragen nach dem Sicherheitskonzept des weltgrößten Videospiele-Events auf – und inwieweit es nachgeschärft werden muss, um Vorfälle dieser Art zu vermeiden.  GamesWirtschaft hat die Koelnmesse um eine Stellungnahme gebeten – Update folgt.

Der Privatbesucher-Bereich der Gamescom 2026 ist noch bis Sonntagabend geöffnet. In der Business Area laufen seit dem Freitagabend bereits die Abbau-Arbeiten.


Alle Informationen rund um die Gamescom 2026 (Tickets, Aussteller, Spiele, Öffnungszeiten, Hallenplan, Events etc.) finden Sie bei GamesWirtschaft.

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