„Zwei Welten. Ein Spiel“ – darauf fußt das Konzept der Phygital Sports League Deutschland. Jetzt schlittert das Unternehmen in die Insolvenz.
Wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung hat das Amtsgericht München am 30. April ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der Phygital Sports League Deutschland GmbH eröffnet (AZ 1500 IN 50/26). Zum Insolvenzverwalter wurde die Münchner Kanzlei von Dr. Max Liebig bestellt – dort müssen Forderungen bis spätestens 16. Juni 2026 angemeldet werden.
Die Phygital Sports League (kurz: PSL) mixt traditionellen Vereinssport mit klassischem E-Sport in einer nationalen Liga; die Gewinner qualifizieren sich im Anschluss für internationale Turniere der World Phygital Community (WPC), in der Preisgelder in Millionen-Höhe winken. Der deutsche Markt sollte mit einem ‚Triathlon‘ aus Basketball, Fußball und Dance sowie den korrespondieren Videospielen erobert werden.
Die hiesige GmbH wurde erst im September 2025 gegründet und hatte im November den ersten öffentlichkeitswirksamen Aufschlag im Rahmen der Fitness-Messe ISPO 2025 in München: Dort wurde die Deutsche Meisterschaft der PSL ausgetragen – einen Eindruck vermittelt dieses Video.
Phygital Sports League Deutschland: Insolvenzverfahren eröffnet
Die PSL-Insolvenz hat zwangsläufig Auswirkungen auf Dienstleister, die um Außenstände bangen. Zu den ISPO-Partnern der PSL zählte unter anderem die Esport Manufaktur GmbH mit Sitz in Leonberg nahe Stuttgart. Die Agentur wurde neben weiteren Spezialisten mit der operativen und technischen Umsetzung des Turniers beauftragt, inklusive spektakulärem ASB GlassFloor, Spielstationen, Twitch-Livestream, LED-Wänden und kompletter Show-Produktion.
In einem ausführlichen LinkedIn-Beitrag findet Geschäftsführer Gianluca Crepaldi deutliche Worte: „Es ist ein Fiebertraum, aus dem ich mal kurz aufgewacht bin. Aber der Albtraum geht leider weiter. Oder fängt jetzt erst an.“ Eine Kaskade an aufgeschobenen Zahlungen und Vertröstungen habe ab Ende 2025 für erheblichen Liquiditätsdruck gesorgt. Sein Befund: „Irgendwann wurde klar: Das ist was faul.“
Ob und wie es mit der Phygital Sports League in Deutschland weitergeht, liegt nun in der Zuständigkeit von Insolvenzverwalter und Amtsgericht. Auf der Website der PSL Deutschland sind weiterhin Anmeldungen für die erste Saison der Phygital Sports League möglich, die im Frühjahr 2026 starten sollte. Auch die PSL-Sportsbox (die PlayStation 5, Controller, Monitor, Kamera-System und Router in einer mannshohen Kiste beherbegt) wird nach wie vor beworben.













