Start Wirtschaft Roblox macht Altersprüfung für Chat-Funktionen zur Pflicht

Roblox macht Altersprüfung für Chat-Funktionen zur Pflicht

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Die USK erhöht die Altersfreigabe für Roblox von 12 auf 16 Jahre (Abbildung: Roblox Corp. / USK)
Die USK erhöht die Altersfreigabe für Roblox von 12 auf 16 Jahre (Abbildung: Roblox Corp. / USK)

Wer mit anderen Roblox-Nutzern chatten will, muss sein Alter nachweisen: Der US-Konzern führt mit sofortiger Wirkung eine Altersüberprüfung ein.

Im Lichte steigenden politischen und medialen Drucks inklusive anhaltender Debatten um eine stärkere Regulierung von Social-Media-Diensten reagiert die Spiele-Plattform Roblox: Das Unternehmen führt mit sofortiger Wirkung eine verpflichtende Altersüberprüfung für die Nutzung von Chat-Funktionen ein.

Entsprechende Maßnahmen wurden im November angekündigt – in Australien, Neuseeland und in den Niederlanden traten die Vorgaben bereits im Dezember in Kraft.

Der Alters-Check erfolgt über eine App-gestützte Gesichtserkennung via Smartphone-Kamera und soll binnen weniger Sekunden erledigt sein. Im Anschluss werden die Kunden einer Altersgruppe zugeordnet. Spieler ab 13 Jahren können alternativ auch eine Identitätsprüfung via Ausweis-Dokument nutzen. Falls die Software irrt, gibt es Einspruchsmöglichkeiten.

Die Roblox Corporation verspricht sich und den Nutzern dadurch einen besseren Schutz von Minderjährigen. So können etwa Kinder zwischen 9 und 12 Jahren nicht mit Spielern chatten, die älter als 16 Jahre sind; bei Kindern unter 9 Jahren ist der Chat serienmäßig deaktiviert und nur mit Zustimmung der Eltern freischaltbar.

Roblox macht Altersprüfung für Chat-Funktionen zur Pflicht

Anhand des Nutzerverhaltens will Roblox außerdem fortlaufend prüfen, ob ein Nutzer möglicherweise deutlich jünger oder älter ist, als er angegeben hat. In diesen Fällen kann es zu einer Wiederholung der Altersüberprüfung kommen.

Matt Kaufman, Chief Safety Officer bei Roblox: „Unsere Sicherheitsstrategie basiert darauf, unseren Nutzern den bestmöglichen Schutz zu bieten. Mit proaktiven, altersbasierten Zugangsbeschränkungen ermöglichen wir es Nutzern, kreativ zu sein und sich zu vernetzen – auf sichere und angemessene Weise.“

Roblox steht seit langem in der Kritik, weil insbesondere Kinder und Jugendliche nicht hinreichend vor übergriffigem Verhalten (Cybergrooming) geschützt werden. Unter anderem das Deutsche Kinderhilfswerk bemängelt unzureichende Vorsorge-Mechaniken; die Stiftung Warentest nennt die Risiken „inakzeptabel“. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat die Altersfreigabe von Roblox vor einem Jahr von 12 auf 16 Jahren hochgestuft – unter anderem wegen offenkundiger Risiken im In-Game-Chat. (pf)


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