
Microsoft baut die Spitze der Gaming-Einheit um: Phil Spencer und Sarah Bond verlassen den US-Konzern – die neue Xbox-CEO heißt Asha Sharma.
Im zarten Alter von 58 Jahren und nach 38 Jahren Betriebszugehörigkeit verabschiedet sich Phil Spencer von Microsoft: Der Chef der Gaming-Sparte hat überraschend seinen Rückzug angekündigt.
In seine Amtszeit fallen nicht nur mehrere Xbox-Konsolen-Generationen inklusive der aktuellen Baureihe Xbox Series X/S, sondern auch die Rekord-Übernahmen von Activision Blizzard (Diablo, Call of Duty, Candy Crush Saga) sowie die Zukäufe von Mojang (Minecraft) und Zenimax / Bethesda (Doom, Fallout).
Spencer war als Mr Box einer der bekanntesten Top-Manager der Branche – kaum eine Produkt-Ankündigung, Präsentation, Award Show oder Messe kam ohne ihn aus. Auf der Gamescom 2023 führte er den damaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) über den Microsoft-Stand.
Nach eigener Darstellung hat Spencer seine Abschieds-Pläne bereits im Herbst 2025 proaktiv mit Microsoft-CEO Satya Nadella besprochen.
Microsoft-Beben: Spencer und Bond sind raus – Sharma und Booty übernehmen
Die logische Spencer-Nachfolgerin wäre Sarah Bond gewesen, seit fast zwölf Jahren im Unternehmen und zuletzt als President and Chief Operating Officer für die Produktstrategie inklusive Game Pass und Cloud Gaming zuständig. Doch auch Bond wird das Unternehmen verlassen.
Neue Executive Vice President Gaming-Chefin wird stattdessen Asha Sharma, die sich in einer ersten Stellungnahme zu drei Eckpunkten bekennt: erstens großartige Spiele, zweitens ein Konsole-First-Ansatz und drittens ‚Future of Play‘ – inklusive einer selbstbewussten Absage an aggressive Monetarisierung und seelenlosen KI-Content.
Die Managerin arbeitet erst seit zwei Jahren für Microsoft: Als President CoreAI war sie für KI-Modelle und -Apps verantwortlich. Vorherige Stationen: der Lieferdienst Instacart und der Facebook-Konzern Meta.
Sharma berichtet direkt an Satya Nadella – Spencer will den Übergang und die Einarbeitung bis zum Sommer begleiten.
Der Nachfolger von Sarah Bond in der neuen Rolle des Chief Content Officer heißt Matt Booty, der es auf 15 Microsoft-Jahre bring und bislang als President Game Content & Studios das Spiele-Portfolio der mittlerweile fast 40 Microsoft-Studios verantwortete, darunter Marken wie Halo, Forza Horizon und Minecraft.
Der gleichermaßen überraschende wie fundamentale Umbau deutet auf einen Restart der Xbox-Strategie an, die zuletzt von teuren Zukäufen, schmerzhaften Umstrukturierungen und dem freien Fall des Hardware-Absatzes gekennzeichnet war.
Zu den wichtigsten Aufgaben von CEO Asha Sharma dürfte die Beruhigung von Beschäftigten, Partnern und Spielern gehören, dass Microsoft an der vergleichsweise margenschwachen Gaming-Sparte festhält und auch weiterhin substanziell in Hard- und Software investiert. Daran hatte es zuletzt Zweifel gegeben: Haupt-Umsatztreiber des US-Tech-Konzerns bleibt das Cloud-Business.












