Start Politik Wahl in Rheinland-Pfalz: Mainz bleibt Mainz?

Wahl in Rheinland-Pfalz: Mainz bleibt Mainz?

0
Creative Director Manuel Reinher erklärt dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer (SPD) die Neuerungen von Anno 117 (Foto: GamesWirtschaft)
Creative Director Manuel Reinher erklärt dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer (SPD) die Neuerungen von Anno 117 (Foto: GamesWirtschaft)

In zwei Monaten wird in Rheinland-Pfalz gewählt. Die Wahlprogramme der Parteien deuten auf ein „Weiter so“ für die Games-Branche hin.

Endlich mal wieder ein Game made in Germany in den Verkaufs-Charts – und noch dazu aus Rheinland-Pfalz: Das Aufbau-Strategiespiel Anno 117: Pax Romana von Ubisoft Mainz hat sich 2025 in Deutschland besser verkauft als etwa Call of Duty: Black Ops 7, Ghost of Yōtei oder Borderlands 4.

Die positive Resonanz ist ein ermutigendes Signal für den Games-Standort an Rhein und Mosel, wo viele erfolgreiche Publisher und Studios zu Hause sind – etwa Kalypso Media, Envision Entertainment oder Binary Impact. Das Land profitiert außerdem von starken Hochschulen und einer rührigen Indie-Szene.

Gleichwohl lässt die Landespolitik analog zu Hessen viel Potenzial liegen: Bereits wenige Kilometer entfernt – etwa im benachbarten Nordrhein-Westfalen – sind die Fördertöpfe um ein Vielfaches größer. Die lokale Interessensvertretung hält daher eine spürbare Erhöhung auf 2 Mio. € für „bedarfsgerecht“.

Frische Impulse ergeben sich womöglich aus der anstehenden Landtagswahl am 22. März 2026: Die regierende Ampel hat laut jüngster Umfragen geringe Chancen auf eine Neuauflage, weil die FDP-Werte derzeit unter ‚Sonstige‘ rangieren. Komfortable Mehrheiten hätten große Koalitionen aus CDU und SPD – auch für Rot-Rot-Grün könnte es unter Umständen reichen. In den Umfragen liefert sich SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer ein enges Rennen mit Unions-Spitzenkandidat Gordon Schnieder.

Wahl in Rheinland-Pfalz 2026: Die Games-Programme der Parteien

Sieben Wochen verbleiben bis zur Wahl. Eine GamesWirtschaft-Analyse der Wahlprogramme zeigt: Die Politik hat die Spiele-Entwickler zwar im Blick. Doch in den Parteizentralen ist man sich auch bewusst, dass der Urnengang durch ganz andere Themen bestimmt wird – von A wie Ahrtal bis Z wie Zuwanderung. Als wahlentscheidend gelten Fragen rund um Bildung, Wirtschaft, Gesundheit, Wohnraum und Innere Sicherheit.

Im Detail:

  • „Aus Liebe zum Land“ hat die SPD ein „Regierungsprogramm 2026 – 2031“ (PDF) aufgeschrieben. Die Liebe zur Spiele-Industrie fällt etwas unterkühlt aus: Die Games-Branche sei Innovationstreiber, schaffe „hochwertige Arbeitsplätze“ und mache den Standort für kreative Talent attraktiv. Schlussfolgerung: Die Medienförderung soll ausgebaut werden – wie genau, lassen die Sozialdemokraten offen.
  • Die CDU hat laut Wahlprogramm einen „Plan für ein Land, das funktioniert“. Wie dieser Plan mit Blick auf die Games-Entwicklung aussehen könnte, verraten die 60 Seiten (PDF) nicht.
  • „Machen ist hier Programm“ – so steht es auf dem Deckblatt der Grünen (PDF). Für die Kultur- und Kreativwirtschaft inklusive Games plant die Partei bessere Rahmenbedingungen – etwa durch zusätzliche finanzielle Ausstattung, vereinfachte Antragsverfahren und gezielte Öffentlichkeitsarbeit. Ein eigenes Kapitel widmet sich dem E-Sport, den die Grünen als „wichtigen Bestandteil digitaler Jugendkultur“ würdigen. Bei der Förderung von E-Sport-Vereinen will man einen „modernen, inklusiven, klimaneutralen und zukunftsgerichteten Ansatz“ verfolgen.
  • Allzu groß sind die Chancen der FDP nicht mit Blick auf einen Wiedereinzug in den Mainzer Landtag. Dessen ungeachtet haben die Freien Demokraten nicht nur das üppigste Programm (PDF) aufgeschrieben – Games und E-Sport bekommen auf den 161 (!) Seiten sogar eigene Kapitel. Indes belässt es die FDP bei einer Beschreibung des Status Quo – und bei der Ankündigung, Rheinland-Pfalz als Games-Standort „konsequent weiter ausbauen“ zu wollen. Der E-Sport-Abschnitt wirbt für die Gemeinnützigkeit – das geforderte Update der Abgabenordnung ist allerdings bereits erfolgt.
  • Die Wahlprogramme von Linken, AfD und Freien Wählern enthalten keine Hinweise zu Games und E-Sport. (pf)

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein