
Eine Studie im Auftrag von Verband und Ministerium zeigt den Status Quo der deutschen Games-Industrie. Die Lage hat sich demzufolge verbessert – Baustellen bleiben.
Die Games-Förderung wirkt – so lautet die zentrale Botschaft der Studie „Die Games-Branche in Deutschland 2025“, die heute von Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU), Game-Geschäftsführer Felix Falk und Goldmedia-Marktforscherin Juliane Müller in Berlin vorgestellt wurde. Das Ministerium hat das Verbands-Projekt mitfinanziert.
Auf den 93 Seiten (PDF) lässt sich anhand der Daten und Charts abermals ablesen, wie deutlich die Zahl der Games-Unternehmen entlang der staatlichen Zuwendungen seit 2018 angestiegen ist – nämlich auf 948 Publisher und Studios. Zuletzt ist dieser Wert allerdings wieder unter die Marke von 900 gefallen. Die Zahl der Beschäftigten wuchs von 12.000 auf 14.800 – ein Plus von 20 Prozent.
Den Umsatz der hiesigen Games-Firmen beziffert Goldmedia mit 3,73 Mrd. €.
Gleichwohl ist der deutsche Markt weiterhin stark fragmentiert: Drei Viertel aller Games-Unternehmen beschäftigen weniger als 10 Mitarbeiter. Insbesondere fehlt es an größeren Betrieben, die für ein gesundes Ökosystem unerlässlich seien. Mit Blick auf den Wettbewerb mit anderen europäischen Standorten spricht Game-Geschäftsführer Falk von „Hausaufgaben“.
Ein Hebel: die geplante steuerliche Förderung von Games. Auf einen möglichen Zeitrahmen wollte sich Ministerin Bär auf Nachfrage nicht festlegen – und verwies auf laufende Gespräche sowie die Laufzeit des Koalitionsvertrags.
Die bislang praktizierte Games-Förderung setzt auf ein Fonds-Konzept inklusive aller Risiken und Nebenwirkungen, denn das Volumen ist gedeckelt. Laut Studie zahlen sich die Subventionen des Bundes aus – und zwar buchstäblich: Pro 1 € Games-Förderung wird eine Bruttowertschöpfung von 6,50 € durch zusätzliche Investitionen ausgelöst – zuzüglich 2,50 € an Steuern und Sozialabgaben.
Games-Studie: Förderung zeigt Wirkung – Marktanteil liegt bei 5,5 Prozent
Besonders spannend: Erstmals seit vielen Jahren wird wieder ein offizieller Inlands-Marktanteil deutscher Entwickler und Publisher ausgewiesen, der nun bei 5,5 Prozent wird. Bedeutet: Von 100 Euro, die in Deutschland für Games ausgegeben werden, bleiben 5,50 Euro bei deutschen Games-Unternehmen. Im Ländervergleich ist Berlin der Standort mit den meisten Unternehmen (262), gefolgt von Bayern (223) und Nordrhein-Westfalen (212).
Game-Geschäftsführer Falk wertet die Entwicklung des deutschen Marktes als Indiz dafür, dass die Games-Branche liefert, sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Der „eigentliche Turbo“ sei allerdings noch nicht gezündet worden – dafür brauche es einen verlässlichen Mix aus Games-Fonds und steuerlicher Förderung: „Mit diesem internationalen Standard steigt die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutlich und wir haben die Chance, zur Weltspitze aufzuschließen.“
Auch Forschungsministerin Dorothee Bär verweist auf die Wichtigkeit einer verlässlichen Förderung und bekräftigt den Vorsatz, Deutschland „zu einem führenden Standort für die Games-Branche“ zu entwickeln. Jeder investierte Fördereuro erzeuge ein Vielfaches an Wertschöpfung. Durch die Bundesförderung habe Deutschland international aufgeholt. (pf)
Weitere Auswertungen und Einordnungen aus der Games-Studie folgen in den kommenden Tagen.












