
Die unerwartet guten Verkaufszahlen des Koop-Spiels Pratfall werfen Business- und Release-Plan des Kölner Startups Quad Head über den Haufen.
Am Mittwoch-Abend könnte es in München zu einem bittersüßen Moment kommen: Zwar ist das Produktionsketten-Optimierungs-Spiel Oddsparks: An Automation Adventure gleich in zwei Kategorien für den Deutschen Computerspielpreis 2026 nominiert (Bestes Familienspiel / Bestes Grafikdesign). Doch die dahinter stehende Kölner Massive Miniteam GmbH wurde im Oktober 2025 mit der unterfränkischen Mutterfirma HandyGames verschmolzen – das Studio existiert folglich nicht mehr. Marke und Spiel werden nun bei HandyGames weiterentwickelt.
Aus der Kölner Dependance ist zwischenzeitlich ein neues Games-Startup hervorgegangen: Quad Head. Erklärtes Ziel des namensgebenden Quartetts: schlankere Strukturen, kürzere Entwicklungszeiten, kompaktere Kosten, schnellere Ergebnisse.
Und genau diese Ergebnisse sind nur wenige Monate nach Gründung im Dezember eingetreten: Das Chaos-Koop-Spiel Pratfall ist am 20. April via Steam erschienen – und schon nach drei Tagen stand der Zähler bei 20.000 Einheiten. Noch bis zum 4. Mai gilt ein Einführungspreis von 5,99 €.
Nach der ersten Woche ist offenkundig, dass der Launch-Effekt nicht verpufft ist – im Gegenteil: Die Steam-Algorithmen haben das Spiel in die Trending-Charts gespült und zu Verkaufszahlen von mehr als 60.000 Einheiten geführt; zu Spitzenzeiten waren 2.750 Spieler gleichzeitig aktiv. Wertungsschnitt bei mehr als 330 Rezensionen: ‚Sehr positiv‘.
Pratfall: Kölner Studio Quad Head verkauft 60.000 Spiele in einer Woche
Wie geht die Erklärung für diese bemerkenswerte Geschichte? Co-Gründer Tim Schroeder: „Uns war von Anfang an bewusst, dass sich wenige Leute für uns interessieren werden – dafür gibt es einfach zu viele Spiele. Wir haben sehr früh einen Playtest auf Steam veröffentlicht, um erstes Feedback zu bekommen. Kurz darauf haben wir dann eine Demo öffentlich auf Steam gestellt, damit mehr Leute das Spiel spielen und Feedback geben können. Mit der Demo haben wir Content Creator angesprochen, die dann das Spiel ihrer Community vorstellen konnten. Wir haben dafür auch extra Features eingebaut, die nur für Content Creator sind, damit deren Zuschaue Einfluss auf das Spiel nehmen können.“

Ein weiterer Faktor: Quad Head hat die Pratfall-Demo vom Start weg in viele Sprachen übersetzt und hier vor allem auf den asiatischen Sprachraum geachtet. „Es hat etwas gedauert bis das Spiel dort ‚entdeckt‘ worden ist“, weiß Games-Unternehmer Schroeder. „Aber am Ende hat es sich gelohnt, früh zu übersetzen.“
Die überraschend positive Resonanz wirft nun auch die kurzfristigen Pläne der Entwickler über den Haufen. Denn ursprünglich hatten Christiane Ebrecht-Hepke, Michael Koloch, Robert Schneider und Tim Schroeder mit deutlich geringeren Verkäufen gerechnet. Der eigentliche Plan sah vor, dass das Team unmittelbar mit einem neuen Spiel beginnt – stattdessen sollen nun Content-Updates und weitere Verbesserungen für Pratfall folgen. Dessen ungeachtet sollen parallel die Vorbereitungen für ein zweites Projekt beginnen.












