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Computerspielemuseum zieht zunächst nicht ins House of Games

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Das Computerspielemuseum befindet sich in der Karl-Marx-Allee in Berlin (Foto: DCM / Margarita Filipenko)
Das Computerspielemuseum befindet sich in der Karl-Marx-Allee in Berlin (Foto: DCM / Margarita Filipenko)

Buchstäblich keine finanziellen Spielräume sieht das Land Berlin, um das Computerspielemuseum in das House of Games zu integrieren.

„Aktuell ist ein Umzug des Computerspielemuseums noch nicht vorgesehen.“ So lautet der Befund von Franziska Giffey (SPD) in ihrem „Fortschrittsbericht“ (PDF) für das House of Games, den die Berliner Wirtschaftssenatorin in der vergangenen Woche vorgelegt hat.

Vor drei Jahren klang das noch anders: Denn das erfolgreiche Museum mit jährlich mehr als 100.000 Besuchern sollte vom jetzigen Standort in der Karl-Marx-Allee in das House of Games ziehen – zusammen mit Studios, Dienstleistern, Verbänden und Startups, also das komplette Ökosystem unter einem Dach. Die Eröffnung dieses „Leuchtturmprojekts“ unweit der Warschauer Brücke wurde auf die zweite Jahreshälfte verschoben; Verhandlungen mit 80 Miet-Interessenten laufen. Eine feste Zusage gibt es bislang nur von Co-Initiator und Ankermieter Ubisoft Berlin.

An geeigneten Flächen für das Computerspielemuseum würde es im LUX Berlin nicht mangeln: Spätestens mit der optionalen Erweiterung von zunächst 10.000 auf 15.000 qm gäbe es mehr als genügend Platz für Exponate und Unikate aus mehreren Jahrzehnten Games-Historie, darunter Spielautomaten, Konsolen, Zubehör, Datenträger, Literatur und Merchandise.

Woran es indes fehlt, ist ein tragfähiges Konzept für die Finanzierung. Zwar bezuschusst das Land Berlin den laufenden Museums-Betrieb mit rund 100.000 € – doch „vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage“ sieht der Senat keine Möglichkeiten, um Umzug und Integration finanziell zu unterstützen. Für das House of Games nimmt der Senat in Summe 4,6 Mio. € in die Hand.

Bedeutet in der Praxis: Zum 30jährigen Jubiläum im kommenden Jahr wird das Computerspielemuseum weiterhin die angestammten Räumlichkeiten im ehemaligen Ostberliner Café Warschau belegen.

Senat sieht keinen Spielraum für Computerspielesammlung

Noch deutlich dramatischer ist offenkundig die Lage bei der Internationalen Computerspielesammlung (ICS), die ebenfalls in das House of Games einziehen sollte. Das üppige Archiv mit 60.000 Spielen umfasst unter anderem die Bestände des Computerspielemuseums und der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und soll unter anderem für Forschungs- und Bildungszwecke dienen.

Bislang seien mehr als 1,5 Mio. € an öffentlichen Geldern in das Projekt geflossen. Die weitere Finanzierung ist unklar. Wörtlich schreibt Giffey in ihrem Bericht: „Eine über den Zeitraum bis April 2026 gehende institutionelle Förderung durch den Bund und das Land Berlin ist zurzeit noch nicht gewährleistet.“ 

Wie es mit der ICS-Internationale Computerspielesammlung gGmbH weitergeht, falls die laufenden Gespräche in den verbleibenden Wochen nicht zu einem Ergebnis führen, lässt das Dokument offen. GamesWirtschaft hat die Initiatoren um eine Stellungnahme gebeten.