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Esports Nations Cup: Verbände wollen Nationalmannschaft nach Saudi-Arabien entsenden

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Deutschland ist eines von 100 Ländern, die sich am Esports Nations Cup in Saudi-Arabien beteiligen.
Deutschland ist eines von 100 Ländern, die sich am Esports Nations Cup in Saudi-Arabien beteiligen.

Sieben Monate verbleiben bis zur Premiere des Esports Nations Cup im saudischen Riad: Deutsche Verbände wollen bis November eine Nationalmannschaft aufbauen.

Derweil die saudischen Öl-Raffinerien weiter unter Beschuss stehen und das Königreich am Golf möglicherweise unmittelbar vor einem Kriegs-Eintritt steht, richten sich die Blicke der Games-Industrie bereits auf Ende 2026: Denn ab dem 2. November soll die erste Ausgabe des Esports Nations Cup (ENC) in der Hauptstadt Riad ausgetragen werden.

Nach Angaben der staatlichen Esports Foundation (EF) haben sich mehr als 630 Länder und Organisationen beworben – 100 davon bekamen den Zuschlag (komplette Liste). Zur Anwendung kommen unter anderem Dota 2, EA Sports FC 26, League of Legends, Rainbow Six Siege, Valorant, Apex Legends und Counter-Strike 2.

Auch Deutschland will eine eigene ‚Nationalmannschaft‘ nach Saudi-Arabien entsenden. Die Rolle des National Team Partners (NTP) wird von einem breiten Bündnis ausgefüllt: Involviert sind der E-Sport-Bund Deutschland (ESBD), der Branchenverband Game und dessen Ableger Esports Player Foundation (EPF) sowie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB).

Zum National Team Manager wurde Christian Lenz berufen, der seit Januar 2023 als Sportlicher Direktor der Esports Player Foundation GmbH in Köln tätig ist und 2017 das Hauptstadt-Team BIG Berlin International Gaming mitgegründet hat. Lenz soll Trainer nominieren und die Kader aufbauen, damit ‚Team Germany E-Sport‘ in 15 Disziplinen antreten kann.

Die Entlohnung der lokalen Team Manager übernimmt das Gastgeber-Land: Saudi-Arabien hat einen ‚Development Fund‘ mit einem Volumen von 20 Mio. $ (ca. 17,3 Mio. €) aufgelegt, der Reisekosten, Struktur-Aufbau, lokale Events und Marketing-Aktivitäten seitens der teilnehmenden Länder finanzieren soll. In welcher Höhe die deutschen Verbände an diesem Topf partizipieren, ist Gegenstand einer GamesWirtschaft-Anfrage.

Inwieweit das Projekt ‚Esports Nations Cup‘ von der Bundesregierung unterstützt wird, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor: In der Ampel-Ära hatte sich die damalige Innenministerin Nancy Faeser (SPD) für eine deutsche Teilnahme an der abgesagten Olympic Esports Games ausgesprochen.

Esports Nations Cup: Stimmen der Verbände zur geplanten E-Sport-Nationalmannschaft

Von einem „großen Schritt im E-Sport“ spricht Leon Ries, Vorstand Jugendsport des DOSB: „In Abstimmung mit unseren Partnern und unter Achtung und in strengen Grenzen der Werte des Sports – Respekt, Fairness und Vielfalt – unterstützen wir die Organisation des Nationalteams für Deutschland. Mit der in Planung befindlichen DOSB Esports GmbH könnten wir für die notwendige Struktur und Orientierung sorgen, um nachhaltige Brücken zwischen Sport und E-Sport zu bauen.“

E-Sport-Bund-Präsident Christopher Flato: „Als E-Sport-Bund Deutschland verfolgen wir die klare Vision, eine leistungsstarke Nationalmannschaft durch ein ganzheitliches System aufzubauen, in dem Talente früh erkannt, individuell gefördert und transparent sowie leistungsbasiert im Teamkontext integriert werden. Unser Ziel ist ein nachhaltiges Ökosystem, das Athletinnen und Athleten langfristig stärkt und international konkurrenzfähig macht, getragen von klaren Konzepten, starken Partnerschaften und dem Anspruch, Maßstäbe zu setzen.“

Esports Player Foundation-Geschäftsführer Julius Althoff sieht im Esports Nations Cup samt Nationalmannschaft einen wichtigen Schritt für die Entwicklung leistungsorientierter E-Sport-Strukturen: „Talente müssen systematisch identifiziert, gezielt weiterentwickelt und auf Basis klarer Kriterien in einen Kader überführt werden. Wenn wir E-Sport in Deutschland nachhaltig stärken wollen, müssen wir genau diese Strukturen konsequent aufbauen und weiterentwickeln.”

Branchenverbands-Geschäftsführer Felix Falk: „Der Esports Nations Cup bietet den besten deutschen E-Sportlerinnen und E-Sportlern die Chance, sich auf internationalem Top-Niveau zu präsentieren. Nach herausfordernden Jahren für den E-Sport ist es umso wichtiger, solche internationalen Möglichkeiten zu nutzen. Die Zusammenarbeit zwischen klassischem Sport, E-Sport und der Games-Branche auf Grundlage der großen Erfahrungen der Esports Player Foundation schafft dabei eine starke Grundlage für das deutsche Team.“

Ralf Reichert, CEO der Esports Foundation„Der Esports Nations Cup steht für den nächsten Schritt im globalen E-Sport: Wettbewerb auf höchstem Niveau, getragen von nationaler Identität und starken Strukturen. Für Deutschland ist das die Chance, seine gewachsene Bedeutung im E-Sport in den nächsten Entwicklungsschritt zu überführen mit besserer Talentförderung, stärkeren nationalen Strukturen und einer klaren internationalen Bühne für deutsche Spielerinnen und Spieler.“

 

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