
Im Deutschen Bundestag gibt es nach längerer Pause wieder einen eigenständigen Parlamentskreis Games.
Mehr als 60 Mitglieder verzeichnete der ‚Parlamentskreis eSports & Gaming‘ zur Hochphase der Ampelregierung – doch kaum einer der handelnden Personen ist noch im Bundestag vertreten. Dabei hat der partei- und fraktionsübergreifende Zusammenschluss eine lange Tradition: Schon 2013 bildete sich eine solche Gruppe, den damals unter anderem ein gewisser Lars Klingbeil (heute Vizekanzler, Finanzminister und SPD-Chef) mitbegründete.
Fast ein Jahr nach der ersten Sitzung des frisch gewählten Bundestags hat sich in Berlin nun erneut ein Parlamentskreis Games zusammengefunden – allerdings ohne den bisher gängigen Zusatz ‚E-Sport‘. Der Kreis soll künftig regelmäßig tagen. Erklärtes Ziel: „Potenziale von Games stärker in den politischen Fokus zu rücken und den Dialog zwischen Politik und Branche dauerhaft zu institutionalisieren.“
Zu den Initiatoren zählen die Bundestagsabgeordneten Joachim Ebmeyer (CDU) Holger Mann (SPD) und Andrea Lübcke (Bündnis 90 / Grüne).
Neuer Parlamentskreis Games im Bundestag gegründet
Ebmeyer ist Games-Berichterstatter der Unions-Fraktion und sieht in Games „längst mehr als Unterhaltung“ – sie seien vielmehr ein bedeutender Wirtschafts-, Kultur- und Innovationsfaktor und stünden für kreative Wertschöpfung, technologische Entwicklung und neue Formen des Lernens: „Mit dem Parlamentskreis Games schaffen wir eine feste Anlaufstelle im Bundestag, um die Branche politisch stärker zu begleiten und bessere Rahmenbedingungen für Entwicklung, Förderung und internationale Wettbewerbsfähigkeit zu ermöglichen.“
Sein SPD-Kollege Holger Mann, Sprecher der Landesgruppe Sachsen, stellt fest, dass sich insbesondere junge Menschen heute ganz selbstverständlich in digitalen Räumen engagieren – in Games, in Communities und im E-Sport: „Politik muss diese Lebensrealitäten ernst nehmen und aktiv gestalten. Mit der Anerkennung von eSports als gemeinnützig sind wir einen ersten wichtigen Schritt gegangen. Im Parlamentskreis werden wir die nächsten diskutieren.“
Die Brandenburger Grünen-Politikerin Andrea Lübcke betont: „Games sind soziale Räume. Ob im E-Sport oder beim gemeinsamen Spielen über Kontinente hinweg – sie bringen Menschen zusammen und schaffen neue Formen von Gemeinschaft. Gleichzeitig sind Games ein relevantes Instrument für Forschung und Bildung: Sie helfen etwa beim Training von KI, bereiten die nächste Mondlandung mit vor und eröffnen neue, immersive Lernformen. Diese Vielfalt verdient politische Aufmerksamkeit.“
Zur konstituierenden Sitzung kam Branchenverbands-Geschäftsführer Felix Falk in den Bundestag, um mit den Parlamentariern die Standortbedingungen und die internationale Konkurrenzfähigkeit zu erörtern. (pf)












