
An Erfahrung hat es bei Crytek nie gemangelt – ab 2026 soll Hannes Seifert als Co-CEO neue Märkte und Erlöse erschließen.
Nur einen Steinwurf entfernt von der Alten Oper und den Glas-Fassaden des Banken- und Börsenviertels befindet sich das Hauptquartier eines der größten und ältesten Entwickler-Studios in Deutschland. Annähernd 350 Mitarbeiter sind bei der Crytek GmbH in Frankfurt am Main beschäftigt.
Spezialität des Hauses sind Action-Spiele – konkreter: Ego-Shooter. Was einst mit Far Cry begann und mit der Crysis-Serie erfolgreiche Fortsetzungen fand, erreicht heute via Hunt: Showdown verlässlich ein Millionen-Publikum, wie die jährlichen Steam-Statistiken zeigen. Das Live-Service-Game vereint damit beide Säulen des Crytek-Geschäftsmodells, nämlich ‚Content‘ und ‚Technology‘. Schließlich entwickeln die Frankfurter mit der CryEngine einen eigenen Spiele-Baukasten.
Gegründet wurde Crytek vor mehr als einem Vierteljahrhundert von den Gebrüdern Yerli. Einer der drei – Avni Yerli – steht weiterhin an der Spitze des Spieleherstellers. Seit dem heutigen Mittwoch ist offiziell, dass sich der Games-Unternehmer nach COO Christopher Schmitz einen erfahrenen Co-CEO an die Seite holt: Hannes Seifert wechselt zum 1. Januar 2026 nach acht Jahren beim League of Legends-Studio Riot Games ins Crytek-Management.
Crytek-Co-CEO Seifert: „Ich glaube sehr an die Zukunft von Hunt: Showdown“
Knapp drei Wochen vor seinem ersten Arbeitstag erklärt Seifert, welche Schwerpunkte und Akzente er bei Crytek setzen will.
GamesWirtschaft: Zunächst: Glückwunsch zur Berufung zum Co-CEO. Was hast du dir für deine neue Aufgabe als Co-CEO vorgenommen? Wie sieht die Arbeitsteilung mit Avni aus?
Danke sehr! Ich freue mich schon sehr auf die neue Aufgabe und nach über acht Jahren wieder in ein Entwicklungsstudio zurückzukehren. Das Team bei Crytek ist außerordentlich talentiert und ich hoffe, dass ich helfen kann, Hunt: Showdown 1896 global noch bekannter zu machen und Spielern in zahlreichen neuen Märkten näherzubringen.
Avni hat bisher alles bei Crytek als Geschäftsführer alleine geleitet: Produktion, Publishing, Organisation, Finanzen, etc. Ich werde mich in Zukunft um Produktion und Publishing kümmern – und Avni kann sich dadurch ganz auf Strategie und die Weiterentwicklung der Firma konzentrieren. Mein Gefühl ist, dass wir uns sehr gut ergänzen werden.
Von welchen konkreten ‚Learnings‘ aus deinen Riot-Jahren könnte Crytek am meisten profitieren?
Crytek ist in vielen Bereichen schon sehr weit. Ich selbst hatte bei Riot Games in den ersten zwei Jahren eine sehr steile Lernkurve – was anstrengend, aber auch sehr aufregend war.
Natürlich lassen sich Erfahrungen aus einem Umfeld nicht 1:1 auf ein anderes übertragen. Aber ich glaube, die Bereiche, wie man viele Sprachen und Kulturen koordiniert, wie man mit diversen Communities umgeht, mit Events und Player Experience – all das könnte sehr wertvoll werden.
Die Games-Industrie – egal ob DACH, Europa oder global – ächzt unter enormen Herausforderungen: Sichtbarkeit, Kostendruck, KI etc. Was stimmt dich zuversichtlich, das Crytek in dieser Gemengelage weiterhin mitspielen kann?
Es geht eigentlich immer um die Spiele und die Spieler. Crytek blickt auf 25 Jahre zurück, die wie bei jedem langlebigen Unternehmen verschiedene Phasen hatte. Die Spiele und die Technologie sind eindeutig ein Herausstellungsmerkmal.
Ich glaube sehr an die Zukunft von Hunt: Showdown und die Stärke von Cryteks eigenen Marken sowie Avnis Vision, was wir damit in den nächsten Jahren machen können. Das ist eine solide Basis, auch herausfordernde Zeiten zu meistern. (pf)
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