Am Abend nach Börsenschluss wird Ubisoft die Zahlen fürs Weihnachts-Quartal bekannt geben – der Markt erwartet sich außerdem Auskünfte zur weiteren Strategie.
Drei Wochen sind vergangen, seitdem Ubisoft eine siebenseitigen Pressemitteilung verschickt hat – ein Mix aus Projektstopps, Verschiebungen, Abschreibungen und Umstrukturierungen. Der französische Publisher steht vor einem „major reset“: Fünf ‚Creative Houses‘ sollen die Grundlage schaffen für künftiges Wachstum. Die jeweiligen Abteilungen bekommen inhaltliche und kommerzielle Verantwortung für Studios, Teams und Marken.
Doch die Ankündigungen haben zunächst mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet – und den Aktienkurs auf eine Berg- und Talfahrt geschickt, auf ohnehin niedrigem Niveau. Allein in den vergangenen zwölf Monaten hat Ubisoft 60 Prozent des Börsenwerts verloren. Das Gesamtunternehmen ist zur Stunde kaum mehr wert als die Hälfte jener 1 Milliarde Euro, die Großaktionär Tencent für einen 25-Prozent-Anteil an der gemeinsam betriebenen Blockbuster-Sparte Vantage Studios bezahlt hat.
Schicksalstag für Ubisoft: Wo steuert der Publisher hin?
Jetzt richtet sich der Blick auf den heutigen Donnerstag-Abend, wenn Ubisoft um 18 Uhr die Geschäftsentwicklung der Monate Oktober bis Dezember auffächert.
Die Zahlen werden zwangsläufig sehr nahe dran sein an den Prognosen, die Ubisoft im Januar vorgestellt hat: Fürs Gesamtjahr 2025/26 sind Net Bookings von 1,5 Mrd. € zu erwarten – deutlich weniger als geplant infolge der überarbeiteten Release-Pläne. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2026/27 wird das Management erst im Mai nachreichen – zu massiv sind die Eingriffe in den laufenden Geschäftsbetrieb und in das Produktportfolio.
Investoren, Analysten, Kunden und Belegschaft erhoffen sich von CEO Yves Guillemot entlang des Conference Calls außerdem Auskünfte zu folgenden Fragen:
- Wie lief es für Neuheiten wie Assassin’s Creed Shadows, Anno 117: Pax Romana und Avatar: Frontiers of Pandora – From The Ashes?
- Welche konkreten Folgen ergeben sich aus dem zusätzlichen 200-Mio.-€-Sparprogramm?
- Mit welcher Strategie und welchen Neuheiten soll der Turnaround gelingen?
- Welche Studios und Standorte werden welchem ‚Creative House‘ zugeordnet?
Mit der schwierigen Lage bei Ubisoft und möglichen Implikationen für den deutschsprachigen Raum beschäftigt sich auch diese Kolumne.













