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Nacon und Bigben setzen Aktien-Handel aus

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Szene aus Rennsport: Die Simulation wird von Nacon vermarktet.
Szene aus Rennsport: Die Simulation wird von Nacon vermarktet.

Sorge um den französischen Publisher Nacon: Die Unwucht beim Mutterkonzern Bigben Interactive führt zum Handelsstopp beider Aktien.

Zum Börsenstart am heutigen Freitag hat das Nacon-Management bei der Euronext Paris eine vorübergehende Aussetzung des Handels mit Nacon-Papieren beantragt (Pressemitteilung). Hintergrund ist die Ankündigung von Nacon-Großaktionär Bigben Interactive, wonach die Rückzahlung einer 43 Mio.-€-Anleihe zum 19. Februar nicht möglich sei – ausgelöst durch die unerwartete Weigerung des Bankenkonsortiums, der Auszahlungsanfrage nachzukommen.

Die Lage ist ernst, zumal die Unternehmen eng verwoben sind: Bigben hält rund 57 Prozent des Aktienkapitals und knapp zwei Drittel der Stimmrechte an Nacon. In beiden Fällen seien Gespräche mit Banken und Gläubigern aufgenommen werden, um die Liquidität zu gewährleisten und damit den Betrieb fortsetzen zu können.

Wann der Aktienhandel wieder aufgenommen werden kann, ist zur Stunde unklar: Die ohnehin angeschlagenen Kurse von Bigben Interactive und Nacon sind in den vergangenen Wochen weiter unter Druck geraten und haben allein seit Wochenbeginn jeweils mehr als 30 Prozent verloren.

Eine anhaltende Schieflage der beiden französischen Unternehmen hätte gravierende Folgen für die europäische Games-Branche: Zur Nacon-Gruppe gehören mehrere Studios und Publisher, darunter Kylotonn (Test Drive Unlimited: Solar Crown), Cyanide Studios (Blood Bowl 2) und der Hamburger Spiele-Hersteller Daedalic Entertainment (Star Trek Voyager: Across the Unknown). Nacon vertreibt außerdem die Motorsport-Simulation Rennsport der Münchener Competition Company.

Bigben Interactive beschäftigt weltweit mehr als 1.300 Mitarbeiter und gehört zu den führenden Anbietern von Controllern, Lautsprechern, Kopfhörern, Ladestationen und weiterem Zubehör für PC und Konsole. Die Bigben Interactive GmbH mit Sitz in Bergheim nahe Köln betreut den Handel in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

1 Kommentar

  1. Mich würde interessieren, weshalb BigBen Interactives Anleihenproblem nun zum Aussetzen der Nacon-Aktie geführt hat. Mit (nur noch) knapp über 56 Prozent des Kapitals und nicht mehr zwei Drittel der Stimmrechte (65,79%???) sehe ich den Einfluss von BigBen scheinden. Insbesondere, weil ich vermute, dass nun ein paar Anteile versilbert/umgewandelt werden müssen.

    Ich finde es gut. Das Management von BigBen / Nacon sollte keine Personalunion mehr sein und mein Vertrauen hat es seit einiger Zeit schon nicht mehr.

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