Start Events IFA 2020: Reine Fachmesse ohne Endverbraucher (Update)

IFA 2020: Reine Fachmesse ohne Endverbraucher (Update)

Die IFA 2020 soll vom 4. bis 11. September stattfinden (Foto: Messe Berlin / Till Budde)
Die IFA 2020 soll vom 4. bis 11. September stattfinden (Foto: Messe Berlin / Till Budde)

Wie veranstaltet man eine Messe mit üblicherweise einer Viertelmillion Besuchern, wenn nur 5.000 Menschen gleichzeitig aufs Gelände dürfen? Die für Anfang September geplante IFA 2020 will diesen Spagat wagen.

Update vom 19. Mai 2020: „Keine Absage“ – das ist die wichtigste Botschaft der Messe Berlin mit Blick auf die IFA 2020. Stattdessen soll es vom 3. bis 5. September eine dreitägige Veranstaltung mit begrenzter Teilnehmerzahl geben.

Der gewöhnliche Endverbraucher muss draußen bleiben, wenn die wichtigsten Consumer-Electronics-Neuheiten präsentiert werden. Stattdessen beschränkt sich die IFA 2020 diesmal auf ihre „B2B-Kernfunktionen“, also die Vernetzung von Herstellern mit Medien und Handel. Der Besuch des Messegeländes ist nur nach Registrierung oder auf Einladung eines Ausstellers möglich.

Die IFA zerfällt in vier eigenständige, parallel stattfindende Formate mit maximal 1.000 Teilnehmern pro Tag und Veranstaltung:

  • IFA Global Press Conference für 800 internationale Journalisten
  • IFA Global Markets (Fachmesse für Beschaffung)
  • IFA NEXT meets IFA SHIFT Mobility (Startup-/Tech-Plattform)
  • IFA Business-, Retail- und Meeting-Lounges (Order-Messe für Handel und Industrie)

Die Teilnehmer müssen sich an die bekannten Corona-Regeln halten. Flankiert wird die IFA 2020 von Streaming- und Chat-Angeboten.

Anders als die Gamescom 2020 und Devcom 2020 setzen die IFA-Macher nicht auf ein rein digitales Online-Format mit Livestreams und Videos: „Virtuelle Veranstaltungen sind sicher hilfreich, aber ihnen fehlt die menschlich emotionale Verbindung, die Veranstaltungen wie die IFA Berlin so unglaublich wertvoll machen“, meint IFA-Manager Jens Heithecker.

Marken wie Bosch/Siemens, Huawei, Qualcomm, Sennheiser und Miele sowie Handelsketten (darunter Expert und Euronics) haben bereits zugesagt.

Meldung vom 22. April 2020: Großveranstaltungen sind bis Ende August in Deutschland coronabedingt verboten – davon betroffen sind Festivals, Tourneen und die Gamescom 2020 in Köln, die zu den Top-5-Publikumsmessen in Deutschland zählt. Jetzt hat das Land Berlin seinerseits die Vorgaben verschärft und verbietet bis 24. Oktober Events mit mehr als 5.000 Teilnehmern. Damit ist klar: Die IFA 2020 vom 4. bis 9. September kann nicht wie geplant stattfinden.

Mit zuletzt 238.700 Besuchern, fast 2.000 Teilnehmern, einer Fläche von 160.000 Quadratmetern und einem Ordervolumen von beinahe 5 Milliarden Euro zählt die Internationale Funkausstellung, kurz: IFA, zu den weltweit wichtigsten Consumer-Electronics-Leistungsschauen. Auch Anbieter der Games-Branche – etwa Microsoft -Anbieter sind dort regelmäßig vertreten. Auf dem Berliner Messegelände ist zu sehen und zu erleben, welche Produkte im Weihnachtsgeschäft und darüber hinaus eine Rolle spielen.

Jetzt arbeitet die Messe Berlin gemeinsam mit Ausstellern an einem Alternativkonzept. Sehr offenkundig verfolgt man in der Hauptstadt einen anderen Ansatz als in Köln, wo alle Planungen auf ein reines Digital-/Online-Konzept ohne Vor-Ort-Publikum hinauslaufen. Details wollen die Veranstalter in Kürze vorstellen.

Die größten Messen in Deutschland 2019: Die Gamescom 2019 beendet das Messejahr auf Platz 5 (Stand: 9.12.2019)
Die größten Messen in Deutschland 2019: Die Gamescom 2019 beendet das Messejahr auf Platz 5 (Stand: 9.12.2019)

Die größte Herausforderung für die IFA dürfte darin bestehen, wie internationale Aussteller und Besucher an der XS-Version einer regulären IFA teilnehmen können. Jegliche Planspiele für einen Vor-Ort-Betrieb setzen voraus, dass Großaussteller aus Südkorea, China oder den USA überhaupt nach Berlin reisen können. Bis mindestens Mitte Mai gelten massive Beschränkungen von Einreisen in die Europäische Union.

Der Verband der deutschen Messewirtschaft AUMA fordert von der Politik Planungssicherheit, unter welchen Bedingungen Messen ab Herbst 2020 wieder stattfinden können. Der AUMA verweist darauf, dass insbesondere Fachmessen nicht mit Volksfesten oder Konzerten gleichgesetzt werden dürften.

Durch die Nutzung breiterer Gänge, begrenzter Teilnehmerzahlen, Abstands-Regelungen und intensivere Belüftung ließen sich Messen durchführen, heißt es etwa bei der Messe München. Ähnlich hatte bereits KoelnMesse-Chef Gerald Böse mit Blick auf die Gamescom 2020 argumentiert.

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