Die große Studio-Inventur vier Wochen vor der Gamescom 2017: Das sind die 50 deutschen Games-Entwickler mit den meisten Mitarbeitern.

Beschäftigen die zehn größten deutschen Games-Studios an Silvester 2017 mehr Mitarbeiter als zu Jahresbeginn – oder weniger? Das wollten wir im Januar von 33 Persönlichkeiten der deutschen Games-Branche wissen. Sofern die Belegschaftszahlen in der zweiten Jahreshälfte nicht explodieren, dürften jene zwei Drittel Recht behalten, die auf „Weniger“ getippt hatten.

Die aktuelle GamesWirtschaft-Auswertung bestätigt die offiziellen Statistiken:

  • Mitte 2016 kam die Top 10 noch auf über 4.100 Mitarbeiter.
  • Zum Jahresbeginn 2017 waren es noch 3.500 Beschäftigte.
  • Kurz vor der Gamescom 2017 ist die Summe nur deshalb nicht unter die 3.000er-Marke gefallen, weil der Mischkonzern Gamigo erstmals den Zukauf Mediakraft ausweist.

Einige der größten Games-Arbeitgeber des Landes haben zuletzt Personal reduziert. Gleichzeitig expandieren gerade kleine und mittelgroße Studios und suchen Händeringend nach neuen Mitarbeitern: Insbesondere fähige Programmierer sind selten und begehrt, werden allerdings auch von anderen Branchen heftig umworben.

Fotofinish: InnoGames ist Deutschlands größter Games-Entwickler

Der Löwenanteil des Rückgangs geht auf das Konto von Goodgame Studios. Hamburgs einstiges Vorzeigeunternehmen strebte noch im Sommer 2016 eine Belegschaft von 1.600 Mitarbeitern an, hat in der Zwischenzeit aber mindestens 800 Jobs abgebaut.

Goodgame Studios ist im Übrigen das einzige Unternehmen, das mit Blick auf die Mitarbeiterzahlen keine Angaben machen wollte oder konnte. Gleichzeitig stehen die Zeiten bei den Hamburgern offenkundig wieder auf Wachstum: In der Karriere-Rubrik der Homepage sind 20 Stellen ausgeschrieben. Für die aktuelle Statistik haben wir die letzte verfügbare, offizielle Zahl herangezogen: Mit 350 Mitarbeitern rangiert Goodgame Studios auf dem dritten Platz.

An der Spitze des GamesWirtschaft-Ranking entschied letztlich ein Fotofinish über den Zieleinlauf: InnoGames liegt denkbar knapp vor Bigpoint.

Die 50 größten Games-Entwickler in Deutschland (Stand: 25. Juli 2017)
Die 50 größten Games-Entwickler in Deutschland (Stand: 25. Juli 2017)

Fließende Grenzen zwischen Entwicklung und Publishing

Wie schon bei den bisherigen Auswertungen sind ausschließlich Unternehmen berücksichtigt, die in Deutschland PC-, Konsolen- und Mobile-Games entwickeln oder entsprechende Studios betreiben. Nicht enthalten sind reine Marketing-, Vertriebs- oder Service-Niederlassungen – hierzu zählen zum Beispiel Electronic Arts (Köln), Nintendo (Frankfurt) oder die Berliner Filialen von Epic Games und Riot Games.

Auch bei den aufgeführten Unternehmen sind die Grenzen fließend zwischen Entwicklung und Publishing, also der Vermarktung: Bei Firmen wie Gameforge oder Gamigo stammt das Gros der Umsätze nicht aus selbstentwickelten Spielen, sondern aus Lizenztiteln. Das andere Extrem sind Studios wie Piranha Bytes („Risen“, „ELEX“), die sich ganz auf die Entwicklung konzentrieren.

Dazwischen gibt es alle denkbaren Abstufungen: Insbesondere Online- und Mobilegames-Spezialisten wie Upjers, Travian, InnoGames, Wooga oder Sandbox Interactive unterhalten Abteilungen für sämtliche Gewerke, von Gamedesign, Programmierung und Grafik bis hin zu Zahlungsabwicklung, Analyse, Marketing und Kundenservice.

Games-Republik Deutschland: Die 50 größten Studios und Publisher (Stand: Mai 2017)
Games-Republik Deutschland: Die 50 größten Studios und Publisher (Stand: Mai 2017)

Deutsche Spiele-Entwickler: Nur 12 Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern

Auffallend bleibt weiterhin die regionale Ballung von Unternehmen: Hamburg, Berlin, Frankfurt, München, Karlsruhe und Düsseldorf bleiben die Hochburgen der Games-Entwicklung.

Außerdem bemerkenswert: Die zehn größten Studios beschäftigen ungefähr so viele Mitarbeiter wie die Plätze 11 bis 50 zusammen. Die Top 50 widerum steht für fast die Hälfte aller Beschäftigten in der deutschen Games-Branche, also inklusive aller Studios, Publisher und Vertriebs-Niederlassungen.

Die nächste Studio-Inventur ist für den Jahreswechsel 2017/18 geplant. Schon jetzt ist absehbar, dass es zu erheblichen Bewegungen in der Tabelle kommt: Beispielsweise sucht Blue Byte für das neue Studio in Berlin 50 neue Kollegen.

Weitere Analysen und Zahlen rund um den Games-Standort Deutschland:

Kommentar oder Frage?
Teilen

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here