Start Sport eSports Integrity Coalition kämpft gegen Doping und Wettbetrug

eSports Integrity Coalition kämpft gegen Doping und Wettbetrug

Die ESL gehört zu den Initiatoren der eSports Integrity Coalition (ESIC). Foto: ESL / Patrick Strack
Die ESL gehört zu den Initiatoren der eSports Integrity Coalition (ESIC). Foto: ESL / Patrick Strack

Böse Zungen sagen: Ein richtiger Sport ist eSports erst dann, wenn Doping oder Wettmanipulation zum Alltag gehören. Damit das Schlimmste verhindert wird, gibt es seit heute die eSports Integrity Coalition (ESIC).

Cheating, Wettbetrug, Doping – dieser unappetitliche Dreiklang könnte den Glauben an einen sauberen eSports nachhaltig zerstören und die hübschen Wachtumsprognosen implodieren lassen. Denn wo immer es um viel Geld geht, ist kriminelles Handeln nicht fern. Dieser Gefahr sind sich auch Spiele-Hersteller, Veranstalter, Streaming-Anbieter und Clans bewusst. Relevante eSports-Marktteilnehmer haben sich daher zur eSports Integrity Coalition (ESIC) zusammengeschlossen, die heute in London vorgestellt wurde.

eSports Integrity Coalition: Kein Entdeckungsrisiko für Doping-Sünder

Zu den Gründungsmitgliedern der eSports Integrity Coaltion gehören unter anderem die Electronic Sports League (ESL) und Dreamhack, beides in Händen des schwedischen Medienkonzerns Modern Times Group. Weitere Unterstützer: Valve (Counter-Strike, Dota2), Ubisoft (Rainbow Six), die Amazon-Tochter Twitch, der Spielanalyse-Dienstleister Sportradar und der britische Sportwettenanbieter Betway.

Nicht zum Konsortium zählen wichtige Anbieter wie Wargaming.net (World of Tanks), Riot Games (League of Legends) oder Activision Blizzard (Starcraft 2, Call of Duty, Hearthstone, Overwatch). Laut ESIC gibt es zumindest Sondierungsgespräche mit diesen Parteien. Offenkundig war es den Initiatoren aber wichtig, zum jetzigen Zeitpunkt Handlungsfähigkeit zu demonstrieren, ohne die Verhandlungsergebnisse mit wichtigen Marktteilnehmern abzuwarten.

An der Spitze des Verbands steht der Sportfunktionär Ian Smith, der auch weite Teile der Regularien und Selbstverpflichtungen ausgearbeitet hat.

Der Handlungsbedarf ist gewaltig: Bislang wurden vorsichtshalber keine flächendeckenden Maßnahmen ergriffen, etwa in Form von verbindlichen Doping-Tests. Wer  leistungssteigernde Substanzen zu sich nimmt, hat trotz vereinzelter Stichproben derzeit so gut wie kein Entdeckungsrisiko. Dass nach Aussage der ESL noch kein einziger Spieler positiv getestet wurde, lässt sich also mit großer Wahrscheinlichkeit auf unzureichende  Kontrollen und fehlende Sanktionierung zurückzuführen.

Die ESL ist auch treibende Kraft hinter der jüngst gegründeten World eSports Association (WESA), die nicht zufällig ihren Sitz am symbolträchtigen und steueroptimierten FIFA-Standort Zürich hat. Der selbsternannte Weltverband will sich insbesondere um die Abstimmung von Turnierplänen kümmern und kooperiert zu diesem Zweck mit  Progamer-Clans wie Mousesports oder Fnatic.

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