Darth Vader wird billiger: Wenige Tage vor Veröffentlichung von „Star Wars Battlefront 2“ nimmt Electronic Arts Korrekturen an der Spielbalance vor.

Was im Appstore und in Free2play-Titeln wie „League of Legends“ oder „World of Tanks“ gelernt und gängig ist, sorgt bei Vollpreisspielen für 50 bis 60 Euro für schlecht gelaunte Kundschaft: Mikrotransaktionen.

Das Prinzip: Wer nicht genügend Zeit oder Geduld aufbringt, um Gebäude, Figuren, Waffen und anderweitige Spielfortschritte freizuspielen, investiert Echtgeld. Meist handelt es sich um reines Deko-Material, oft genug sind derlei In-Game-Käufe aber fast schon zwangsläufig, um auf höherem Niveau mit der Online-Konkurrenz mithalten zu können.

Zudem geht die Diskussion in Spiele-Foren um sogenannte „Lootboxen“ unvermindert weiter. Diese Mechanik ist von Sammelkarten bekannt und weist dem Spieler eine zufallsgesteuerte Auswahl an Belohnungen zu – auch hier steigt mit dem Echtgeld-Einsatz die Wahrscheinlichkeit, besonders seltene, begehrte und dadurch geldwerte Inhalte zugelost zu bekommen.

Debatte um Mikrotransaktionen in „Star Wars Battlefront 2“: EA nimmt Korrekturen vor

Die Debatte um Mikrotransaktionen in Vollpreisspielen, die über kosmetische Upgrades hinausgehen, hat nun einen vorläufigen Höhepunkt in „Star Wars Battlefront 2“ gefunden. Das Action-Spiel ist einer der Schwerpunkte von Electronic Arts im diesjährigen Weihnachtsgeschäft, wurde vom schwedischen Studio DICE („Battlefield 1“) entwickelt und erscheint am 17. November 2017 für PC, Xbox One und PlayStation 4.

Maximal 40 Spieler gleichzeitig liefern sich an bekannten „Star Wars“-Schauplätzen spektakuläre Online-Schlachten – sowohl zu Fuß als auch an Bord von Raumschiffen wie X-Wings und TIE Fighter.

Im Laufe der Spielzeit verdient der „Battlefront 2“-Käufer Spielwährung in Form von Credits, mit denen sich Helden wie Darth Vader, Luke Skywalker oder Prinzessin Leia freischalten lassen.

Kurz vor dem Wochenende hatte ein Eintrag auf der Plattform Reddit für Aufmerksamkeit gesorgt, der weltweit von der Fachpresse aufgegriffen wurde: Ein Beta-Tester rechnete penibel vor, dass mindestens 40 Stunden erforderlich sind, um Darth Vader überhaupt spielen zu können. Electronic Arts reagierte mit dem Verweis, den Spielern auch über eine längere Spielzeit hinweg noch Herausforderungen zu bieten. Der Weg zu den Helden lässt sich für den Spieler freilich abkürzen, indem er echte Euro in virtuelle Spielwährung investiert.

Star Wars Battlefront 2: Kosten für Luke Skywalker sinken um 75 Prozent

Die daraus resultierende Negativ-PR hatte nun konkrete Folgen: DICE-Produzent John Wasilczyk verteidigt zwar weiterhin die Idee, dass das Freispielen von „Star Wars“-Helden Teil des Konzepts ist. Das Feedback aus dem Beta-Test habe aber dazu geführt, den Credits-Tarif für führende „Krieg der Sterne“-Helden deutlich zu reduzieren – um bemerkenswerte 75 Prozent.

Luke Skywalker und Darth Vader sind dadurch bereits für 15.000 Credits zu haben (vorher 60.000 Credits), Ober-Bösewicht Palpatine, Chewbacca und Prinzessin Leia kosten 10.000 Credits.

Dadurch soll es allen „Battlefront 2“-Spielern ermöglicht werden, diese Figuren in absehbarer Zeit einsetzen zu können. Electronic Arts weist vorsorglich darauf hin, dass die Spielbalance auch künftig Änderungen unterworfen sein werde.

Zuvor hatte EA signifikante Korrekturen am Lootboxen-System vorgenommen: So sind sogenannte „epische Sternkarten“ – die höchste Sternkartenstufe – nicht mehr Teil der virtuellen Wundertüten.

Im Gegenzug hatte EA das bislang gängige Konzept der kostenpflichtigen Season Passes über Bord geworfen: Alle künftigen Inhalte stehen den Käufern ohne Aufpreis zur Verfügung.

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Update vom 17. November 2017: Electronic Arts kippt Mikrotransaktionen vorerst komplett

Nur wenige Stunden vor dem Verkaufsstart von „Star Wars Battlefront 2“ hat Electronic Arts auf die harsche Kritik reagiert und – vorerst – alle Mikrotransaktionen aus dem Spiel entfernt. Dadurch lassen sich Helden wie Luke Skywalker nur über Credits freischalten, die durch intensives Spielen erwirtschaftet werden. Die Abkürzung via Echtgeld-Einsatz wurde gestrichen.

Via Twitter begründet DICE-Manager Oskar Gabrielson die gleichermaßen überraschende wie radikale Maßnahme damit, dass die Debatte ein ansonsten „großartiges Spiel überschatte“. Das sei natürlich nicht beabsichtigt gewesen. Man werde nun zunächst zuhören, anpassen, ausbalancieren und nachsteuern, ehe die Kauf-Option in überarbeiteter Form zu einem nicht näher benannten Zeitpunkt ins Spiel zurückkehrt.

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