Start Karriere Top 50 Frauen der Games-Branche 2017: Management

Top 50 Frauen der Games-Branche 2017: Management

GamesWirtschaft-Serie: 50 Frauen der deutschen Games-Branche 2017
GamesWirtschaft-Serie: 50 Frauen der deutschen Games-Branche 2017

Sie tauchen selten in der Presse auf – haben aber enormen Einfluss auf das, was in Deutschland gespielt wird: Zehn Gründerinnen und Top-Managerinnen der Games-Branche.

Executive Vice President of Global Publishing bei Electronic Arts: Laura Miele ist die mutmaßlich mächtigste Frau im globalen Games-Geschäft. Zwanzig Jahre nach ihrem Einstieg bei EA wurde sie Anfang 2016 Nachfolgerin von Peter Moore, der sich seitdem um die eSports-Aktivitäten kümmert. Jetzt ist Miele für die Vermarktung einiger der wertvollsten Marken der Entertainment-Industrie zuständig: FIFA, Battlefield, Mass Effect, Need for Speed, Madden NFL, Dragon Age, um nur einige zu nennen.

Vergleichbare Karrieren sind extrem selten in der internationalen Games-Branche: Die Leitungs-Ebene bei Marktführer Activision Blizzard besteht zum Beispiel ausschließlich aus Männern. Zu den bekannteren Gesichtern gehört noch die langjährige Assassin’s-Creed-Produzentin Jade Raymond, die inzwischen die EA-Star-Wars-Spiele-Abteilung Motive Studio in Montreal leitet.

Top 50 Frauen der deutschen Games-Branche: Management

Egal ob Adidas (null), Bayer (null), Commerzbank (null), SAP (null) oder Volkswagen (null) – in den Vorstandsetagen der DAX-Konzerne haben Frauen immer noch Seltenheitswert.

Ähnlich ist die Lage im Games-Segment: Unter den 26 Mitgliedern des Branchenverbands BIU – der immerhin für 85 Prozent des Marktes steht – haben wir eine einzige stellvertretende Geschäftsführerin (Marika Schmitt von Upjers) gefunden und gerade einmal drei Managerinnen auf Director-Level, die also unmittelbar der Geschäftsleitung unterstellt sind.

Das liegt auch daran, dass die Zahl internationaler Unternehmen überschaubar ist, in denen so etwas wie eine klassische „Karriere“ überhaupt möglich ist. So beschäftigen beispielsweise die Deutschland-Filialen relevanter Publisher wie Take 2 (Grand Theft Auto, Civiliziation) oder Bethesda (Fallout, Skyrim) kaum mehr als 25 Mitarbeiter.

Und zur Wahrheit gehört auch: Die 35 deutschen Games-Unternehmen mit mehr als 25 Mitarbeitern wurden samt und sonders von Männern gegründet.

Doch es gibt Grund für Optimismus: Die Zahl der Startups, die von Frauen aufgebaut werden, ist in den vergangenen Jahren spürbar angestiegen. Einige dieser Unternehmen sind ausgesprochen erfolgreich auf dem Markt unterwegs und deshalb hier vertreten, weitere folgen in der Kategorie „Games-Entwicklung“.

Astragon, Nintendo, Upjers: 10 Managerinnen, die Sie kennen sollten

Hier nun die Top 10 der Disziplin „Management“ in alphabetischer Reihenfolge. Wie die GamesWirtschaft Top 50 entstanden ist, lesen Sie in diesem Beitrag.

Marie Amigues

Wer sein Spiel in einer Version auf Hindi oder Malaysisch anbieten oder aber den Wortwitz eines koreanischen Rollenspiels ins Deutsche oder Katalanische retten möchte, bucht die Dienste von Altagram: Das Unternehmen mit Sitz in Berlin-Kreuzberg hat sich auf Computerspiele spezialisiert und übersetzt und synchronisiert in 40 Sprachen.

Auf der Kundenliste von Gründerin Marie Amigues stehen unter anderem Blizzard, Microsoft, SEGA, Square Enix, Ubisoft und Supercell.

In zehn Jahren haben die mittlerweile 30 Festangestellten mehr als 3.000 Projekte abgearbeitet, darunter Clash Royale, Life is Strange und Total War: Warhammer.

Marie Amigues, CEO und Gründerin von Altagram
Marie Amigues, CEO und Gründerin von Altagram

Michaela Bartelt-Krantz

Als „vielleicht undankbarsten Job der Branche“ beschrieb SPIEGEL ONLINE den Alltag von Michaela Bartelt-Krantz und ihrer Kollegen. „Senior Director Worldwide Localization“ steht auf ihrer Visitenkarte. In dieser Funktion verantwortet sie die Lokalisierung aller Electronic-Arts-Spiele in Europa und Asien – also Übersetzung, Synchronisation und Qualitätssicherung.

Von der Kölner EA-Niederlassung aus koordiniert die Managerin die Teams, die sich zum Beispiel um die Sprachaufnahmen in Battlefield 1, FIFA 2017 oder Mass Effect: Andromeda kümmern.

Die SPIEGEL-Einschätzung teilt sie im Übrigen nicht: „Ich glaube nicht, dass ich den undankbarsten Job in der Spielebranche habe – ganz im Gegenteil. Es ist einfach fantastisch, ein so internationales, multikulturelles Team zu leiten, von dem ich jeden Tag so viel lernen kann und mit dem zusammen EA so ausgefeilte lokalisierte Versionen herausbringen kann.“

Michaela Bartelt-Krantz, Senior Director Worldwide Localization bei Electronic Arts Deutschland
Michaela Bartelt-Krantz, Senior Director Worldwide Localization bei Electronic Arts Deutschland

Cornelia Geppert

Die Telekom, BMW oder Volkswagen standen anfangs auf der Kundenliste des Berliner Studios Jo-Mei Games. Gewachsen ist das Team mit Browsergames, vorwiegend Auftragsarbeiten.

Der Ritterschlag für das Team von Jo-Mei-CEO Cornelia Geppert erfolgte kurz vor Weihnachten 2016: Das Projekt Sea of Solitude wird Teil des Indie-Programms „EA Originals“ von Electronic Arts. Dessen Vice President Patrick Söderlund spart nicht mit Lob: „In seiner ungeschliffenen Schönheit ist Sea of Solitude anders als alles, was ich bisher gespielt habe.“

Cornelia Geppert, CEO und Gründerin von Jo-Mei-Games
Cornelia Geppert, CEO und Gründerin von Jo-Mei-Games

 

Kristin Heitmann

Kristin Heitmann, CEO und Gründerin von Appp Media
Kristin Heitmann, CEO und Gründerin von Appp Media

In den Vitrinen der Münchner Appp Media reiht sich eine Auszeichnung an die andere. Gegründet wurde der Kinderspiele-Spezialist von Kristin Heitmann. Wenn sie nicht gerade als Gast bei TV-Talker Markus Lanz sitzt und erklärt, warum Kinder frühzeitig die Welt der Apps entdecken dürfen, dann entwickelt Heitmann mit ihrem Team Lernspiele wie „Mathe Verstehen: Die Uhr“.

Für 2017 steht unter anderem eine Lern-App zur Unterstützung der Alphabetisierung auf dem Programm, das sich auch an Erwachsene richtet.

Verena Pausder

Zu den Veteraninnen der quirligen Berliner-Startup-Szene zählt Verena Pausder. Die zweifache Mutter ist Gründerin der Fox & Sheep GmbH, die sich auf Premium-Apps und -Spiele für Kinder spezialisiert hat – ohne Werbung und ohne In-App-Käufe.

Auf den Tablets und Smartphones digital aufgeschlossener Eltern sind Apps wie „Streichelzoo“, die „Pony Style Box“, „Obstgarten“ und die Einschlaf-App „Schlaf gut!“ nicht wegzudenken. Erst seit wenigen Tagen im Appstore erhältlich ist „Kleines Kätzchen“.

Verena Pausder, CEO und Gründerin von Fox & Sheep (Foto: Kim Keibel)
Verena Pausder, CEO und Gründerin von Fox & Sheep (Foto: Kim Keibel)

Julia Pfiffer

Julia Pfiffer, CEO von Astragon
Julia Pfiffer, CEO von Astragon

Zum 1. Januar 2017 hat Astragon-Gründer Dirk Walner die Geschäftsführung an seine beiden Stellvertreter übergeben, darunter Julia Pfiffer. Bei Astragon ist Pfiffer als CEO für Marketing und Vertrieb verantwortlich.

Derzeit erfolgreichster Titel im Lieferprogramm: der Landwirtschafts-Simulator 2017. Der Dauerbrenner des Schweizer Studios GIANTS ist seit Jahren das mit Abstand meistverkaufte Spiel aus dem deutschsprachigen Raum.

Auch bei der Schwesterfirma Astragon Sales & Service führt seit über zehn Jahren eine Frau die Geschäfte: Kristina Klooss. Das Mönchengladbacher Unternehmen beschäftigt 65 Mitarbeiter – Platz 21 im GamesWirtschaft-Ranking.

Eva Schmitt

Schmitt zum Ersten: Eva Schmitt ist seit 2007 in Diensten des Karlsruher Spieleriesen Gameforge (Dropzone, AION, OGame), derzeit die Nummer 5 in Deutschland.

Inzwischen ist sie Executive Product Director und damit eine der ranghöchsten Mitarbeiterinnen innerhalb der 350köpfigen Gameforge-Belegschaft. In dieser Funktion hat sie zum Beispiel den Übergang des Online-Rollenspiels TERA vom Abo- zum Free2play-Modell begleitet. Zuvor war Schmitt unter anderem für erfolgreiche Gameforge-Browsergames wie Ikariam zuständig.

Eva Schmitt, Executive Product Director bei Gameforge
Eva Schmitt, Executive Product Director bei Gameforge

Marika Schmitt

Zu den Pionieren der neuen deutschen Browsergames-Welle ab 2006 gehört das Bamberger Unternehmen Upjers – der Klassiker „Kapiland“ ist seit unglaublichen zwölf Jahren in Betrieb. An der Spitze steht das Ehepaar Klaus und Marika Schmitt, das Upjers in wenigen Jahren zu einem der größten Games-Unternehmen in Deutschland aufgebaut hat.

Knapp 90 Mitarbeiter sind derzeit bei Upjers tätig. Spezialität des Studios: Knuddelige Free2play-Aufbauspiele wie My Free Zoo, Wauies oder My Free Farm.

Marika Schmitt, stellvertretende Geschäftsführerin von Upjers
Marika Schmitt, stellvertretende Geschäftsführerin von Upjers

 

Kathrin Tamburello, Head of Sales bei Nintendo Deutschland
Kathrin Tamburello, Head of Sales bei Nintendo Deutschland

Kathrin Tamburello

Gestern noch Amiibo, Classic Mini und Pokémon Sonne, morgen Nintendo Switch, Legend of Zelda und Mario Kart 8 Deluxe: Seit mittlerweile fünf Jahren ist Kathrin Tamburello als Head of Sales für den Vertrieb des gesamten Nintendo-Sortiments zuständig.

In ihrer Funktion stellt sie unter anderem sicher, dass alle Handelskanäle – Versender, Fachmärkte, Einzelhändler, Warenhäuser – über hinreichend Ware verfügen und dass die Nintendo-Konsolen und Spiele in den Läden bestmöglich platziert sind.

Die Managerin bekleidet damit einen der verantwortungsvollsten Jobs in der deutschen Games-Branche. Zuvor verdiente sich Tamburello ihre Sporen beim Spielwaren-Konzern Hasbro (PlayDoh, NERF).

Rebekka Wegner

Rebekka Wegner, Games Unit Director bei Exozet
Rebekka Wegner, Games Unit Director bei Exozet

Exozet ist eine der großen Digitalagenturen des Landes. Die Berliner bauen unter anderem Websites und Apps, wie zuletzt die ZDF-Mediathek.

Die Gesamt-Verantwortung für die Games-Unit von Exozet und damit für ein 30köpfiges Team trägt Rebekka Wegner, die direkt an die Geschäftsführung berichtet und sich im Sommer aus ihrer Elternzeit zurückmeldet.

Die Managerin hat eine ganze Reihe von Stationen bei deutschen Games-Unternehmen hinter sich, darunter Koch Media, dtp und Gameforge. In ihrer jetzigen Abteilung arbeiten Programmierer, Grafiker, Gamedesigner und Projektmanager.

Dies sind die weiteren Folgen unserer Serie:

  • Montag, 23. Januar: Management (CEOs, Gründerinnen)
  • Dienstag, 24. Januar: Entwicklung (Game-Design, Grafik etc.)
  • Mittwoch, 25. Januar: Marketing & PR
  • Donnerstag, 26. Januar: Medien (Influencer, Journalistinnen, Moderatorinnen)
  • Freitag, 27. Januar: Politik, Verbände, Lehre
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