Start Karriere Michael Hengst setzt auf „Slotpark“-Studio Platogo

Michael Hengst setzt auf „Slotpark“-Studio Platogo

Seit 1. März bei Platogo im Einsatz: Branchenveteran Michael Hengst
Seit 1. März bei Platogo im Einsatz: Branchenveteran Michael Hengst

Ihn kennt man – sein neuer Arbeitgeber ist nur Eingeweihten ein Begriff: Michael Hengst heuert beim Wiener Casino-App-Betreiber Platogo („Slotpark“) an.

Wer in den frühen 90ern mit Computerspielen sozialisiert wurde, der kennt Michael Hengst als schnauzbärtiges Team-Mitglied und Chefredakteur der Spielezeitschrift „POWER PLAY“, der er gemeinsam mit Boris Schneider, Heinrich Lenhardt und weiteren Kollegen buchstäblich ein Gesicht gab.

Zwischen 2002 und 2005 betreute Hengst als Business Development Director der JoWood AG eine lange Liste an Spielen, darunter „Gothic 2“ und „Spellforce“. Nach einer Zwischenstation beim Karlsruher Free2play-Riesen Gameforge folgten verschiedene Beratungs-Mandate und Auftragsarbeiten. Zusammen mit seinem Weggefährten Wolfgang Walk („Die Siedler 2“, „Battble Isle“, „Aquanox“) gründete er schließlich die Agentur „Grumpy Old Men“ – beide bezeichnen sich selbst als „Waldorf und Statler der Spielewelt“.

Seit 1. März ist Michael Hengst nun in Österreich im Einsatz: Bei der Platogo Interactive Entertainment GmbH in Wien hat er die Rolle des Senior Product Manager übernommen.

Hauptprodukt von Platogo ist die Social-Gambling-App „Slotpark“: Ähnlich wie im Falle der Heiko-Hubertz-Neugründung Whow Games simuliert „Slotpark“ ein großes Angebot an bekannten Glücksspielautomaten, an denen allerdings nur mit Spielgeld gezockt wird. Bargeldeinsatz und Barauszahlung sind nicht vorgesehen – eine wesentliche Abgrenzung, die auch der deutsche Branchenverband BIU Anfang des Jahres im Zuge der Diskussion um die Zusammenarbeit mit dem Glücksspiel-Marktführer Gauselmann vorgenommen hatte. Die Free2play-App finanziert sich branchenüblich über Premium-Funktionen.

Michael Hengst: „Internationale Ausrichtung hat Österreichs Studios geholfen“

Zum Start in seine neue Aufgabe führte GamesWirtschaft ein kurzes Interview mit Michael Hengst.

GamesWirtschaft: Was genau ist deine Aufgabe bei Platogo? An welcher Stelle kannst du mit deiner Expertise helfen?

Hengst: Mein offizieller Job-Titel ist Senior Product Manager. Mit dem Platogo-Team arbeite ich an neuen Features und betreue die Projekte von der Ideenphase bis zum Launch. Das ist vor allem eine sehr kreative, aber auch planerisch sehr intensive Aufgabe.

Die Vorteile bei Platogo sind dabei die eng verknüpfte Arbeitsweise des Teams, die kurzen Iterationszeiten und das schnelle Prototyping, um die Funktionsweise von neuen Features zu prüfen. Viele Features haben ihre Wurzeln im klassischen Spielesegment, zudem sind die Abläufe während der Entwicklung sehr ähnlich. Hier kann ich eine Menge Erfahrung beisteuern. Vor allem deswegen, weil ich ja nicht nur Erfahrung in der herkömmlichen Spieleentwicklung habe, sondern auch einen breiten Schatz an theoretischem und vor allem praktischem Wissen bezüglich Projektentwicklung und Betreuung in den Bereichen Marketing, PR und vielen anderen mitbringe.

JoWood, Sproing, jetzt Platogo: Du hattest im Lauf der Jahre regelmäßig mit österreichischen Unternehmen zu tun und kennst die dortige Games-Landschaft sehr gut. Was zeichnet den Markt und die Branche besonders aus, explizit auch im Vergleich zu Deutschland?

Ich bin ja seit Anfang der 2000er Jahre sehr aktiv in Österreich tätig. Was bereits damals auffiel, war die deutlich internationale Ausrichtung vieler Firmen. Sowohl was die Auswahl der eigenen Entwicklungen anging, als auch die Zusammensetzung der Teams. Schon sehr früh haben diese Firmen erkannt, dass der Heim-Markt doch, sagen wir mal freundlich, recht „überschaubar“ ist und man nur dann eine nachhaltige Chance hat, am Markt zu bestehen, wenn man sich international ausrichtet.

Unabhängig davon, ob das immer geklappt hat, haben österreichische Firmen dies – meiner Meinung nach – frühzeitiger erkannt, als die deutschen Kollegen. Heute sieht das glücklicherweise ein wenig anders aus.

Ein weiterer Vorteil, gerade für Mitarbeiter, sind die soliden rechtlichen Rahmenbedingungen für ordentliche Gehälter, die es hierzulande gibt. Für Unternehmen macht es das natürlich etwas schwieriger – leider auch, weil sich die Politik mit der lokalen Förderung von Firmen aus diesem Bereich, ähnlich wie in Deutschland, etwas schwer tut.

Michael Hengst: „Möchte Projekte machen, die auch mal veröffentlicht werden.“

Du hast während deiner Karriere eine Vielzahl an Plattformen und Genres erlebt. Social Gambling ist ein neues Format. Was reizt dich an diesem Segment – und wovor hast du eventuell sogar Respekt?

Persönlich fasziniert und reizt mich natürlich die kurze Entwicklungszeit und die super professionelle Herangehensweise des Teams sowie die Abwechslung. In den letzten Jahren, war ich sehr oft als „Feuerwehr“ für Projekte in Schieflage unterwegs. Das ist doch recht frustrierend, vor allem wenn du sehr spät ins Boot geholt wirst und das „Kind“ nicht nur in den Brunnen gefallen, sondern schon seit drei Monaten ertrunken ist und du nur noch den Kranz hinterherwerfen kannst.

Ich möchte Projekte machen, die auch mal veröffentlicht werden und vielleicht sogar Erfolg haben!

Zudem bietet Social Gambling so viele neue Facetten und einige Unterschiede zum klassischen Gaming, dass der Lernprozess nicht aufhört. Das mag ich persönlich sehr: Ich lerne gerne immer wieder etwas Neues dazu und erweitere meinen Horizont.

Das Schöne an Social Gambling sind, meiner Meinung nach, die restriktiven gesetzlichen Rahmenbedingungen. Hier gibt es ganz klar definierte Regeln, was geht und was nicht geht. Das ist dann ein sehr ehrliches Arbeiten. Respekt habe ich auch genau vor diesen Regeln: Die sind von Land zu Land teilweise sehr unterschiedlich, und das bedeutet ständige Wachsamkeit bei der Entwicklung.

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