Start Gamescom KoelnMesse überarbeitet Cosplay-Richtlinien für Gamescom 2017

KoelnMesse überarbeitet Cosplay-Richtlinien für Gamescom 2017

Von der Gamescom nicht wegzudenken: Cosplayer und bunt kostümierte Spiele-Fans (Foto: KoelnMesse / Jürgen Dehninger)
Von der Gamescom nicht wegzudenken: Cosplayer und bunt kostümierte Spiele-Fans (Foto: KoelnMesse / Jürgen Dehninger)

Geschultes Personal, Lockerung der Vorgaben, Vorab-Check: Mit neuen Cosplay-Regeln kommen die Veranstalter der Gamescom 2017 den Cosplayern und Kostümierten entgegen.

Im Lichte der Anschläge vom vergangenen Sommer hat die KoelnMesse zur Gamescom 2016 die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Neben serienmäßiger Kontrollen von Rucksäcken und Taschen an den Eingängen und zusätzlichem Personal rückten auch Cosplayer ins Visier von Behörden, Ausrichtern und Messegesellschaft: Die Besucher wurden aufgefordert, keine sogenannten „Anscheinswaffen“ mitzuführen – damit gemeint sind täuschend ähnliche Pistolen, Gewehre, Speere, Bögen oder andere Waffen, die zur kompletten Ausstattung der Film-, Games- und Anime-Helden gehören.

Die gleichermaßen kurzfristige wie strikte Regelung lähmte die aktive und wachsende Cosplay-Szene nur für einen Moment: Schnell waren kreative Ausweichlösungen gefunden – die Gamescom 2016 war genauso bunt und vielfältig wie in den Vorjahren.

Haupt-Treffpunkt der Cosplay-Szene ist auch in diesem Jahr das sogenannte „Cosplay Village“ in Halle 10 inklusive „Cosplay Contest“, einem Zeichnergarten, der Cosplay-Bühne, der Cosplay-Schmiede zum Reparieren defekter Kostüme und separaten Foto-Kulissen.

Cosplay auf der Gamescom 2017: Obligatorische Requisiten- und Waffen-Checks

Im Vorfeld der Gamescom 2017 hat die KoelnMesse nach eigener Aussage das Feedback von Cosplayern und Experten eingeholt, um deren Vorschläge mit bestehenden städtischen und bundesweiten Bestimmungen abzugleichen.

Ergebnis der Beratungen: Geschultes, fachkundiges Sicherheitspersonal wird die Kostüme und Waffen während der Gamescom 2017 an den Eingängen zur Halle 11 (Eingang Süd) sowie am Eingang Nord unter die Lupe nehmen. Teil des „Requisiten- und Waffen-Checks“ ist auch die Registrierung der mitgebrachten Utensilien. Die KoelnMesse bittet darum, dass Cosplayer ausschließlich diese beiden Eingänge nutzen.

Wer die Kostüme und Waffen-Imitate nicht prüfen und registrieren lassen möchte, hat damit zu rechnen, dass er seine Requisiten ganz oder teilweise kostenpflichtig hinterlegen muss. Das Hausrecht liegt hier natürlich bei der KoelnMesse.

Wer sein Kostüm oder die Ausrüstung sicherheitshalber schon vorher prüfen lassen möchte, kann ein Foto an die Messegesellschaft schicken.

Cosplay auf der Gamescom 2017: Das ist erlaubt

Die Veranstalter der Gamescom 2017 haben eine detaillierte Aufstellung in Form eines PDFs veröffentlicht, aus der sich Antworten auf die naheliegendsten Fragen ergeben.

Folgendes ist erlaubt:

  • LARP-Waffen („Live Action Role Play“-Modelle aus Schaumstoff- oder Latexnachbildungen)
  • Funktionslose Bögen ohne echte Sehnen bis maximal 1,50 Meter sowie Köcher mit Pfeil-Attrappen
  • Waffen-Imitate und Stäbe aus Materialmix (Holz, Plastik, Weichmaterial) – sofern der Holzanteil nicht überwiegt
  • Wurfwaffen aus weichem, biegsamem Material ohne festen Kern
  • Reitgerten unter 1 Meter Länge

Nicht erlaubt:

  • Softair-/Paintball-/Gotcha-Waffen (egal ob funktionstüchtig oder nicht)
  • Schreckschuss- und Gas-Pistolen
  • Echte Munition
  • Pyrotechnik, Explosivkörper, Feuerwerk
  • Wurfwaffen (zum Beispiel Wurfsterne, Wurfpfeile, Wurfmesser)
  • Hieb- und Stichwaffen (egal ob mit scharfer oder stumpfer Waffe)
  • Echte Schwerter und Deko-Schwerter
  • Nunchakus
  • Pfeile aller Art (egal welchen Materials)
  • Stäbe und Rohre aus Holz, Metall, Hartplastik, Fiberglas
  • Reitgerten über 1 Meter Länge
  • Handpeitschen aller Art
  • Tanto-Messer und Dekosäbel

Für Cosplay-Kostüme gilt:

  • Feststehende Flügel bis maximal 1 Meter Spannweite je Flügel
  • Flexible Flügel (die sich anlegen und „ausfahren“ lassen) bis maximal 2 Meter Spannweite je Flügel (eingeklappt maximal 1 Meter je Flügel)
  • Maximalhöhe für Kostüme: 3,20 Meter (bei Kostümen über 2,20 Meter sind einige Türen und Tore nicht passierbar)
  • Keine zu freizügigen Kostüme (Oberkörper, Intimbereich, Gesäß müssen „mit ausreichend Kleidung bedeckt sein“)
  • Make-Up und Bemalungen dürfen nicht abfärben
  • Gasmasken und Latex-Vollmasken sind verboten
  • Rüstungsteile aus Metall (auch Ketten) müssen fest am Körper befestigt sein
  • Die Stacheln von Stachel- und Halsbändern müssen stumpf sein und dürfen eine Stachel-Länge von 5 Zentimetern nicht überschreiten

Die KoelnMesse weist darauf hin, dass Waffen-Imitate und Kostüme auf eigene Gefahr mitgeführt werden – für etwaige Schäden haftet der Besitzer.

Bitte beachten Sie, dass sich diese Regelungen noch jederzeit ändern können, auch kurzfristig. Cosplayer sollten die laufende Berichterstattung und die Hinweise der KoelnMesse vor und während der Gamescom 2017 aufmerksam verfolgen, um an den Zugängen keine Probleme zu bekommen.

Den Fanartikel-Anbietern in der Fanshop-Area (Halle 5) ist im Übrigen die Präsentation sowie der Verkauf von „Waffen, Waffenimitationen und waffenähnlichen Gegenständen“ untersagt. Das geht aus den Anmelde-Unterlagen der KoelnMesse hervor.

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